Am 25. August beginnen die Bauarbeiten zur Umgestaltung des Marktes. Im Fachausschuss des Stadtrates hat es dazu jetzt umfangreiche Informationen gegeben.

Schönebeck l Ein bisschen Neuer-Markt-Gefühl kann jeder Schönebecker jetzt schon haben: Denn vor dem Rathaus sind Muster für das zukünftige Pflaster ausgestellt. Die Mitglieder des Bauausschusses im Stadtrat haben sich die Beispiele jetzt angesehen und eine Empfehlung für die Auftragserteilung ausgesprochen. Es soll ein großformatiges Pflaster werden, die Steine sind aus Granit. "Bei einer Fläche von rund 2600 Quadratmetern wirken diese Steine", sagt Bauausschussvorsitzender Michael Schulz (CDU). Als Steinmetz ist er Experte. Und weiß sofort: "Das ist chinesischer Granit mit einem hohen Limonitanteil. Das Brauneisenerz ist für die gelbliche Färbung verantwortlich." Michael Schulz gibt der Verwaltung den Tipp zu beachten, dass der Stein viel Wasser aufnehme.

Experte begleitet Ausschreibung zum Material

Die Verwaltung hat das alles im Blick. Der neue Markt ist Prestigeobjekt für die Stadt. Da überlässt das Bauamt nichts dem Zufall. "Wir lassen alles wissenschaftlich-technisch begleiten", sagt Ines Donig, Mitarbeiterin im Sachgebiet Tiefbau. Wenn Angebote von Firmen für die Steine eingeholt werden, werde ein Experte zusammen mit der Verwaltung sich genau über Herkunft und Qualität des Materials informieren. "Dazu werden spezielle Protokolle erstellt", sagt Ines Donig.

Dass der Marktgrund mit Granit gepflastert wird, darin sind sich alle einig. "Der Stein ist zeitlos und wir haben ihn auch schon im Elbtor verbaut", sagt Baudezernent Guido Schmidt. Wegen der benötigten Mengen und der hohen Ansprüche mitten im Altstadtzentrum habe man davon abgesehen, gebrauchtes Material anzuschaffen, erklärt der Dezernent weiter.

Den Bezug zum Salztor, aber auch zum Breiteweg mit der Stadtkirche St. Jakobi stellt auch Tonio Trüper. Sein Büro Trüper Gondesen und Partner aus Lübeck hat den Wettbewerb um die Marktplatzneugestaltung gewonnen. "Wir sehen das als Dreiklang", sagt der Landschaftsarchitekt. Der gesamte Platz werde gepflastert. Der unregelmäßige Verband, bei dem nicht so lange Fugen entstehen sollen, dazu die farbige Zeichnung der Steine verleihe dem neuen Markt Lebendigkeit. An beiden Seiten des Pflasters gebe es einen Blindenleitstreifen. Der führe in einigen Bereichen auch zu Eingängen oder Hinweisschildern.

Bäume als "raumbildende" Elemente erhalten

Nicht nur optisch, sondern auch technisch erfüllt das neue Pflaster Funktionen. Die Steine sind rund 40 Zentimeter hoch und werden gesetzt. Darunter gibt es zwei Tragschichten mit einer Stärke von jeweils 25 Zentimetern - eine Schottertragschicht und die Frostschutzschicht. Der Markt wird "Share Space"-Bereich (Volksstimme berichtete). Das heißt: alle Verkehrsteilnehmer begegnen sich hier gleichberechtigt - vom Fußgänger bis zum mit entsprechender Geschwindigkeit fahrenden Auto. "Der unregelmäßige Verband des Pflasters nimmt die Richtungslosigkeit der Fahrbewegungen auf, also die Schwerkräfte, die auf die Oberfläche wirken", sagt Tonio Trüper. So würden keine Fahrspuren entstehen. Wohlgemerkt: Auf dem Platz wird es Markttreiben und Veranstaltungen geben.

Den gesamten neuen Markt werden Bäume "als raumbildendes Element" säumen. Bestehendes Grün bleibt, weil es "mit dem Platz gewachsen" sei. Auf der Rathausseite gibt es viele Bäume, auf der gegenüberliegenden Seite werden neue ergänzt. Tonio Trüper erklärt, dass um die Pflanzen herum unterirdisch spezielle Vorrichtungen gebaut werden, damit das Wurzelwerk das Pflaster nicht nach oben drückt, sondern "gelenkt wachsen" kann.

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