Schönebeck l Eine starke Mannschaft im Rücken hat Ilona Luther. Die braucht die 65-Jährige auch. Denn sie ist die neue Vorsitzende des Schönebecker Stadtseniorenrates - und als solche Würdenträgerin hat sie einiges zu tun. Vor allem vor dem Hintergrund, dass ihre Vorgängerin recht große Fußstapfen hinterlässt. Leicht gemacht hat sich Ilona Luther die Entscheidung nicht. Doch sie sagt selbstbewusst: "Was in meinen Möglichkeiten steht, das werde ich konsequent weiterführen."

Gudrun Schedler engagiert sich weiter im Stadtseniorenrat

Gemeint ist die Arbeit von Gudrun Schedler. Sie hat den 1995 gegründeten Stadtseniorenrat mit Enthusiasmus geleitet, unter ihrer Führung sind Projekte wie die Leseomas und die Grünen Damen ins Leben gerufen worden. Doch jetzt hat Gudrun Schedler Stopp gesagt, nach rund zehn Jahren als Vorsitzende will sie Platz machen für andere.

"Ich reduziere nun meine Arbeitszeit für den Seniorenrat um 50 Prozent", sagt Gudrun Schedler. Sie wird weiterhin im Stadtseniorenrat aktiv sein, will sich aber ausschließlich auf die Arbeit der Grünen Damen konzentrieren.

Nun laufen alle Fäden des Seniorenrates bei Ilona Luther zusammen. In diesem Gremium engagiert sie sich seit 2007. "Ich bin damals in Arbeitsteilzeit gegangen und ich erlebte Langeweile", sagt sie. Deshalb sei sie eine Leseoma des Stadtseniorenrates geworden. Hinzu kam die Arbeit als Kassenwart. Mit dem Rücktritt von Gudrun Schedler hat sich die 65-Jährige bereit erklärt, mehr Verantwortung zu übernehmen. "Was in der Vergangenheit aufgebaut wurde, soll nicht den Bach runtergehen", sagt sie. Ilona Luther ist sich bewusst, dass die Senioren der Stadt ihre Interessenvertretung benötigen.

Nicht nur das. "Unser Punkt 12 am Markt ist ein wichtiger Anlaufpunkt für die Bürger", sagt die Vorsitzende. Jedoch gibt gerade dieser Treffpunkt genügend Anlass für Sorgenfalten. "Wir können den Punkt 12 momentan nur eingeschränkt öffnen", sagt Luther. Hintergrund ist, dass das Jobcenter keinen geeigneten Ein-Euro-Jobber vermitteln kann. Das heißt, dass die Mitglieder den Treff selbst offenhalten und zwar dienstags und donnerstags von 9 bis 12 Uhr.

Stadtseniorenrat ist gut aufgestellt und setzt Arbeit wie gewohnt fort

Unabhängig von diesem Problem sieht die Ratsvorsitzende positiv in die Zukunft. So wird beispielsweise das Projekt "Heimpaten" noch einiges an Energie kosten, aber auch wertvolle Erfahrungswerte bringen. "Hierbei geht es darum, dass die Rechte und Interessen der Bewohner in Altenheimen vertreten werden sollen", erklärt Gudrun Schedler, unter deren Führung das Projekt in Schönebeck ins Leben gerufen wurde. Fachlich begleitet wird es von der Hochschule Magdeburg/Stendal.

Grundsätzlich, so Ilona Luther, sei der Stadtseniorenrat gut aufgestellt. Am 12. Januar 2015 wird er sogar sein 20-jähriges Bestehen feiern. Derzeit gehören ihm 30 Mitglieder an - sie sind Delegierte der Vereine der Stadt. "Um noch neue Mitstreiter für uns zu gewinnen, können sich nun alle Bürger in diesem Gremium engagieren", sagt Erdmute Köppe, die als Stadtmitarbeiterin zum Vorstand gehört. Durch diese Öffnung wollen die Ehrenamtlichen neue und vor allem jüngere Gesichter für sich gewinnen. Das derzeit älteste Mitglied ist 94 Jahre alt, das jüngste 36.