Calbe l Die Problematik Sicherheit an Schulwegen ist nicht neu und brennt, so viel wurde bei der Stadtratssitzung am Dienstagabend deutlich, sowohl den Räten als auch der Stadtverwaltung unter den Nägeln. Aufhänger der Diskussion war ein Antrag der CDU/FDP-Fraktion, der die Stadtverwaltung beauftragen sollte, unverzüglich mit dem Salzlandkreis in Verbindung zu treten und die Errichtung eines Fußgängerüberweges sowohl in der Salzer Straße als auch in der Barbyer Straße zu fordern. Recht schnell kristallisierte sich jedoch heraus, dass die Salzer Straße sicherlich vordringlicher ist, zumal sich die Schülerströme in der Stadt mit dem Umzug aller Grundschüler in die Lessingstraße noch einmal grundlegend ändern werden.

Rainer Schulze, Amtsleiter Ordnung und Sicherheit, versteht grundsätzlich die Sorge der Räte und bestätigt, dass die Stadtverwaltung bereits 2013 einen entsprechenden Antrag auf einen Fußgängerüberweg in der Salzer Straße gestellt habe. Von Anfang an arbeitete die Stadt dabei eng mit dem Straßenverkehrsamt und dem Landestraßenbaubetrieb zusammen, so dass als kurzfristige Lösung schnell Hinweisschilder auf den Schulweg und die Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer erreicht wurden.

Darüber hinaus fanden Verkehrszählungen statt, deren Ergebnisse allerdings laut eines aktuellen Zwischenbescheides ergaben, dass die durchschnittliche Querung der Straße durch Fußgänger zu gering ist. So fordert die entsprechende Richtlinie, dass mindestens 50 Personen pro Stunde die Straße überqueren, was im Fall der Salzer Straße aber nicht erreicht wird. "Insbesondere in den Morgenstunden ist es aufgrund der hohen Verkehrsfrequenz kaum möglich, die Straße gefahrlos zu überqueren", formuliert Alexander Sieche (CDU) eine Tatsache, die keiner im Raum leugnen wollte, allerdings geht es bei der Erhebung um Durchschnittswerte für den ganzen Tag und nicht allein um Stoßzeiten.

Der Endbescheid für den 2013 gestellten Antrag steht übrigens noch aus, so dass der Zug für einen Fußgängerüberweg wohl noch nicht abgefahren ist. In diesem Zusammenhang macht Stadtrat Georg Hamm (CDU) den Vorschlag an, auf das neue Schuljahr und die veränderten Schulwege zu warten, ehe weitere Erhebungen durchgeführt werden. Uwe Klamm (SPD) dämpft jedoch Erwartungen an einen deutlichen Anstieg. "80 Prozent der Kinder werden doch von den Eltern mit dem Auto gebracht", bemerkt er.

Sollte es am Ende mit dem geforderten Fußgängerüberweg nicht klappen, fordern die Stadträte, dass die Stadtverwaltung weitere Möglichkeiten aufzeigen solle, wie ein sicherer Schulweg zu gewährleisten ist. Als Beispiel werden Begleitpersonen oder Schülerlotsen genannt. Sven Hause (Alternative Liste Calbe) weist auf neu geschaffene Stellen im Bereich des Salzlandkreises hin, die vielfältige Aufgaben (unter anderem als Busbegleiter) erhalten sollen. Bei rechtzeitiger Absprache wäre sicherlich eine kurzfristige Lösung für diesen Brennpunkt denkbar, zeigt er auf.

Ein Ergänzungsantrag der Fraktion Unabhängig für Calbe, der einen weiteren Überweg im Bereich der Großen Mühlenbreite fordert, wurden von den Stadträte mehrheitlich abgelehnt. "Ausdrücklich nicht, weil wir ihn nicht wollen", betont Sieche, "sondern weil die Planungen für den Umbau der Kreuzung bereits soweit fortgeschritten seien, dass eine nochmalige Veränderung das gesamte Projekt gefährden könnte." Bürgermeister Dieter Tischmeyer verweist darauf, dass ein erneuter Antrag in diesem Bereich kaum Aussicht auf Erfolg hätte und mit der geplanten Fußgängerinsel zwischen den beiden Richtungsfahrbahnen bereits viel erreicht sei.

Am Ende bekräftigt Sieche noch einmal, dass es ihm nicht darum gehe, auf eine abschließende Bearbeitung von Anträgen zu drängen, sondern darauf, dass in der Salzer Straße ein Fußgängerüberweg errichtet werde. Bei drei Enthaltungen wurde der Antrag schließlich angenommen.