Mit einer Aktion starteten die Ruderer des SSC in die Saison 2014. Am Tag des traditionellen Anruderns wurden drei neue Boote getauft, deren Vorgänger 2013 Opfer der Flut wurden. Außerdem konnten von Sponsoren Trainingsgeräte im Kraftraum instand gesetzt werden.

Schönebeck l "Taufe!" Nach gefühlten 20 Minuten Kurzvortrag unterbrachen die Ruderer des Schönebecker Sportclubs (SSC) ihren Vorsitzenden. Carsten Manzke hatte auf der Veranda zu einem (nötigen) Resümee des vergangenen Jahres ausgeholt, um vor allem die vielen Gäste beim Anrudern und zur Bootstaufe auf den aktuellen Stand zu bringen. Breiten Raum nahm dabei das verheerende Hochwasser vor elf Monaten ein, dass das höher gelegene Haus vollständig unter Wasser setzte und Trainingsgeräte zerstörte.

Heute, fast ein Jahr später, sind die Spuren des Wasser der Elbe nicht mehr zu sehen. Alles leuchtet in natürlichem Grün. Die Sportler haben ganze Arbeit geleistet, um den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen. Was bleibt, ist ein mulmiges Gefühl. "Kein weiß, wann wieder ein Hochwasser kommt und ob es uns erneut mit dieser Wucht trifft", gab Carsten Manzke zu bedenken.

Es waren in den vergangenen Monaten sicherlich nicht nur die guten Kontakt der Sportler zu regionalen und überregionalen Firmen, sondern wohl auch die sportlichen Erfolge, die dazu führten, dass die Ruderer erhebliche Hilfe angeboten bekamen. Das traditionelle Anrudern wird in jedem Jahr dazu genutzt, dass die Besten des Fahrtwettbewerbes - also die im Boot absolvierten Kilometer - ausgezeichnet werden. Zudem zählte der Vereinsvorsitzende die sportlichen Erfolge des zurückliegenden Jahres auf. Kein Wunder also, dass das ein wenig Zeit in Anspruch nahm.

Doch durch die Rufe seiner Vereinsmitglieder: "Taufe!" wurde Carsten Manzke auf den eigentlichen Grund des Treffens hingewiesen. Denn neben dem Bootshaus glänzten in der Sonne drei neue Boote: ein Dreier, ein Einer und ein gebrauchtes Motorboot als Begleitfahrzeug. "Ich bin wirklich sehr froh, dass wir dafür Sponsoren finden konnten, denn allein hätten wir die dringend notwendige Anschaffung nicht leisten können", freute sich der Vereinsvorsitzende.

Erster im Sponsoren-Bunde waren die Stadtwerke Schönebeck. Sie übernahmen die Anschaffung eines neuen gebrauchten Motorsportbootes, das die Ruderer bei den Trainingsfahrten auf dem Wasser begleiten wird. Geschäftsführer Friedrich Husemann taufte das Boot auf den Namen "Trainer III" und bemerkte, dass er sich diesen poetischen Namen aber nicht ausgedacht habe.

Zweiter Sponsor in der Runde und mit einer Hilfe von 10000 Euro dabei war Lotto Sachsen-Anhalt. Geschäftsführerin Maren Sieb taufte den Ruder-Dreier auf den Namen "Grünewalde". Zudem gab das Unternehmen Geld für die unbrauchbar gewordenen Trainingsgeräte im Kraftraum.

Dritter Unterstützer ist mal wieder die Salzlandsparkasse. Vorstandsmitglied Helmut Ibsch taufte den schnittigen Einer mit echten Elbwasser auf den Namen "Kranich".

Bis zum heutigen Tag unklar ist dagegen der zukünftige Standort der Schönebecker Ruderer. Vielleicht fällt schon auf der Ratssitzung am 15. Mai eine Entscheidung, ob Umzug oder nicht. "Falls wir hierbleiben müssen, werden wir auch nicht den Kopf in den Sand stecken", so Carsten Manske.

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