Das typische Aprilwetter ist in diesem Jahr ausgefallen. Dafür war der Monat sehr warm und trocken.

Salzlandkreis l Der Deutsche Wetterdienst meldete: "Im April 2014 überwog in Deutschland Hochdruckeinfluss mit viel Sonnenschein und erneut überdurchschnittlichen Temperaturen. Das typische Aprilwetter ist in diesem Jahr ausgefallen". Treffend dazu bemerkt Dieter Horst Steinmetz aus Calbe: "Was im vorigen Jahres stark verspätet ablief, kam in diesem April extrem früh. Der milde Winter und das linde Frühjahr machten es möglich, dass bereits Ende April der phänologische Frühsommer begann. Der Vollfrühling startete in diesem Jahr mehr als drei Wochen früher als im langjährigen Durchschnitt.

Der Frühsommer mit dem Blühbeginn des Flieders und Schwarzen Holunders mit einem langjährigen Durchschnitts-Termin am 27. Mai (!) als Leitphase, schaffte sogar fast eine Vierwochenverfrühung". Nebenbei bemerkt zeigte ein Vergleich, dass jeder April seit 2009 in unserer Region zu trocken, manchmal noch trockener als in diesem Jahr war. Besonders gravierend wurde die Trockenheit in diesem Jahr, da uns bereits sommerliche Sonneneinstrahlungen erreichten. Dass der Monat zu warm war, zeigten die Messwerte von Mark Schröder in Biere, die mit 12 Grad Celsius eine Erhöhung zum Normalwert um 4,03 Kelvin entspricht. In Calbe lagen sie mit 11,9 Grad Celsius ähnlich. Am Monatsanfang flogen gelbe Pollen vom Blütenmeer, und die tropische Luft transportierte roten Staub aus der Sahara. Nennenswerter Regen kam in der Nacht von 3. zum 4. April mit einem Gewitter zu uns. In der gleichen Nacht entlud sich ein Mega-Blitz in der Altmark, der anfangs für einen Meteoreinschlag gehalten wurde. Am 23. und 24. April war es vormittags recht nebelig. Danach herrschte bis zum Monatsende Liegestuhlwetter.

Auch auf dem Brocken lagen die Temperaturen ähnlich. Die dramatischen Ereignisse vom 11. April, wobei durch ein Flugzeugunglück der obere Teil der Wetterwarte beschädigt wurde, sind noch allgegenwärtig. Nach dem Abbau der stark beschädigten Windtraverse, einschließlich der Windmessgeräte, konnte am 28. April ein neues Ultraschallanemometer installiert werden, wodurch die Handmessungen wegfielen.

Wettergeschichte:

Einige Einrichtungen von Wichtigkeit sind mit einem Sicherheitssystem ausgerüstet. Sie geben Alarm bei Einbruch. Manchmal gibt es Alarme, die aus unerklärlichen Gründen ausgelöst werden. Dieter Schmeißel erinnert sich an einen Fehlalarm, der weit in die DDR-Zeit zurückliegt. Bevor der Betrieb des Wasserwerkes Calbe und des Wasserturms eingestellt wurde, wurden Trinkwasserspeicher auf dem Wartenberg gebaut, die dann den erhöhten Wasserbedarf von Calbe absichern sollten. Das Trinkwasser kam dann vom Wasserwerk Barby. Eines Nachts erhielt er einen Anruf vom Wasserwerk, dass ein Alarm vom Trinkwasserspeicher ausgelöst wurde, und er dort "oben" einmal nachsehen möchte. Bis dahin ist alles klar, doch was hatte dieser Vorfall mit dem Wetter zu tun?

Er bestieg den Dienstwagen von der Wasserversorgung und fuhr in Richtung Wartenberg. Die Nacht war sehr stürmisch und dunkel. Nur schemenhaft erkannte er die Straße, auf der Fallobst lag. Als er in der Nähe des Bismarckturmes ausstieg, stürmte es noch ruppiger um seine Ohren, und er untersuchte mit bangen Fragen das große Eingangstor am unheimlichen Ort. Den Fehler konnte er schnell aufklären, denn der Sturm schlug die stählerne Flügeltür unaufhörlich gegen den Alarmmechanismus, wodurch der Fehlalarm ausgelöst wurde. Dieser Mangel konnte am nächsten Tage beseitigt werden.