Markus Bauer (43, SPD), Sabine Dirlich (59, Die Linke) und Gunnar Schellenberger (54, CDU) stellen sich der Wahl: Sie wollen Landrat im Salzlandkreis werden. Beim Volksstimme-Forum im Salzelmer Dr.-Tolberg-Saal standen die drei Kandidaten Rede und Antwort.

Schönebeck l Markus Bauer spricht von "regionalen Identitäten", Sabine Dirlich von "lokalen Anziehungspunkten" und Gunnar Schellenberger hat die "Marke Salzlandkreis" im Blick. Alle drei Politiker sind angetreten, um diesen Kreis künftig zu leiten. Sie stellen sich am 25. Mai der Wahl um den Chefposten im Landratsamt. Und sie verstehen diese neue Aufgabe zuerst als Gestalter mit öffentlicher Wahrnehmung und Präsenz, weniger als Verwaltungschefs. Bauer, Dirlich und Schellenberger sehen ein Salzland mit vielen Potenzialen, mit wirtschaftlicher Kraft, mit gut ausgebauten Bildungsstandorten, mit starken Regionen, mit sozialer Vielfalt, touristischen Anziehungspunkten und mit kulturellem Reichtum.

Alle Kandidaten stimmen aber auch darin überein, dass es im 2007 geborenen Salzlandkreis noch an einer gemeinsamen Identität fehle. Markus Bauer glaubt nicht, dass man diesen Gemeinsinn von "oben nach unten" anordnen kann. "Jede Region hat ihre eigene Geschichte und ihre eigene Tradition. Das ist auch gut so. Das muss transportiert werden", sagt der SPD-Kandidat. In dem Bewusstsein, dass die Vielfalt den einen Salzlandkreis ausmache, müssten die künftigen Generationen aufwachsen.

Sabine Dirlich bringt das auf die Formel: "Die Bürger müssen den Kreis als Gewinn empfinden." Das betreffe aber nicht nur die Breite der Gesellschaft, sondern auch die politische Entscheidungsebene. Und hier, so die Politikerin der Partei Die Linke, hätte der Kreistag oft nicht stark genug agiert. "Der Krankenhausverkauf ist das Paradebeispiel, wie es nicht laufen darf, wenn die Regionen gegeneinander arbeiten. Das verstehen auch die Bürger nicht mehr. Wenn durch Verzögerung und Taktieren Zeit und Geld verlorengehen."

Wie alle anderen Kandidaten sagt Gunnar Schellenberger, dass das wachsende "Wir-Gefühl" ein langer Prozess sei. Aber im Salzland sei man auf einem guten Weg, schätzt der Christdemokrat ein. Schellenberger plädiert für ein gemeinsames Kulturkonzept im Landkreis. In diesen Bereichen sei man bereits sehr weit. So empfinde sich die Mitteldeutsche Kammerphilharmonie Schönebeck längst nicht mehr nur als Stadtorchester. In dieses Gefühl müssten sich auch Kreisbibliothek Aschersleben und Kreismuseum Schönebeck gesellen. Die Salzländer müssten diese Leuchttürme als die ihrigen anerkennen, egal ob in Staßfurt, Schönebeck, Egeln oder andernorts. Sabine Dirlich nennt in diesem Zusammenhang ein ganz konkretes Beispiel: "Wir haben mit Aschersleben die älteste Stadt in Sachsen-Anhalt. Das ist doch etwas, worauf der gesamte Kreis stolz sein kann." Und Gunnar Schellenberger zieht sein Fazit: "Das Besondere erklären, die Leute mitnehmen und zusammen den Salzlandkreis leben."