Schrecksekunde für Kraftfahrer Am Hänsgenhoch: Ein Motorradfahrer liegt verletzt am Boden, Rettungskräfte der Johanniter-Rettungswache in Calbe sind vor Ort. Was auf den ersten Blick nach einem schlimmen Unfall aussieht, sind nachgestellte Aufnahmen für einen Fernsehbeitrag.

Calbe l So einen bequemen Einsatz hatten die Rettungssanitäter Lars Heinrich und Rettungsassistent Volker Richter schon lange nicht mehr. Wenn bei ihnen auf der 24-Stunden-Rettungswache der Johanniter in der Bernburger Straße der Pieper schrillt, muss alles ganz schnell gehen. Zeit zum langen Überlegen bleibt nicht - egal ob es beim Kaffeetrinken 15 Uhr am Nachmittag oder aus dem Tiefschlaf heraus um 3 Uhr in der Nacht ist. Gestern Mittag hatten beide scheinbar alle Zeit der Welt. Im ruhigen Wohngebiet am Hänsgenhoch waren sie die Hauptakteure für einen Fernsehbeitrag.

Das vierköpfige Produktionsteam aus Leipzig hatte die Aufgabe, einen Unfall nachzustellen, der schon etwas zurückliegt. Ereignet hatte er sich am 8. März 2011 in der Magdeburger Straße in Calbe. "Es ist schon ein komisches Gefühl, diese Bilder wieder zu sehen", sagt Marlen Göttert. Ihr Freund Enrico war damals mit dem Motorrad mit einem Fahrzeug zusammengeprallt, was aus einer Seitenstraße auf die Landesstraße abbog. Enrico blieb schwer verletzt am Boden liegen. Marlen kam nach dem Eintreffen der Rettungskräfte ebenfalls an die Unfallstelle. Gestern konnte sie den Lebensrettern in aller Ruhe einen Kaffee ausgeben. Obwohl sich der Unfall vor mehr als drei Jahren ereignete, kann sich auch Lars Heinrich noch gut daran erinnern. "Manche Sachen vergisst man schnell wieder, andere bleiben sehr lange im Kopf."

Mehrere Stunden wird der Rettungseinsatz fernsehgerecht in Szene gesetzt. Kunstblut kommt zum Einsatz. Anwohner schauen fleißig über den Gartenzaun und fotografieren aus dem Dachfenster. Mehrfach fahren die beiden Retter mit Blaulicht vor. "In der Magdeburger Straße tagsüber wegen des vielen Verkehrs undenkbar", sagt Marlen Göttert. Der Beitrag soll am kommenden Donnerstag, 15. Mai, ab 20.15 Uhr im Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) zu sehen sein.