Die Jugendarbeit in Schönebeck soll auf ein höheres Niveau gebracht werden. Das ist das Ziel des Vereins Rückenwind, der drei Jugendclubs im Stadtgebiet betreibt. Dabei soll nicht mehr Geld in die Hand genommen werden, sondern vorhandene Ressourcen effektiv genutzt werden.

Schönebeck l "Wir wollen die Kräfte bündeln, um das Optimalste für die Kinder zu schaffen", sagt Stefan Meier. Er ist der Bereichsleiter Jugendarbeit im Verein Rückenwind. Betreut werden von dieser Institution drei Jugendclubs im Stadtgebiet, für die die Stadt jährlich einen Zuschuss von rund 200000 Euro zahlt. Mehr ist finanziell aber nicht drin - das wird immer wieder in den Diskussionen des Stadtrates deutlich. Dem Fakt sind sich die Rückenwind-Leute bewusst. Nichtsdestotrotz wollen sie ihre Jugendarbeit inhaltlich erweitern. Und zwar allein durch eine erweiterte Netzwerkarbeit.

"Die Schulen und die Jugendarbeit sollen künftig noch mehr zusammenarbeiten", benennt Stefan Meier das Credo. In der vergangenen Sitzung des Kultur-, Schul- und Sportausschusses der Stadt hat er das neue Konzept des Vereins vorgestellt.

Inhaltliche Erweiterung

Das Vorhaben fußt darauf, dass Jugendliche die meisten Schnittmengen in der Schule finden, während sich die Wege in der Freizeit meist trennen. "Wobei es auch hier mit Musikschule, Nachhilfe oder Sport Gemeinsamkeiten gibt", sagt Meier. Mit seiner Kollegin Jana Dostau hat der Bereichsleiter das Stadtgebiet in Sozialräume aufgeteilt. Nämlich genau die, in denen sich die Jugendlichen größtenteils aufhalten. Folglich bietet sich die engere Zusammenarbeit zwischen dem Jugendclub Young Generation und der Maxim-Gorki-Sekundarschule sowie dem Future und der Sekundarschule Am Lerchenfeld an.

"Durch den Verein Rückenwind werden die Schulsozialarbeiter gestellt, dadurch sind wir sowieso schon an den Bildungseinrichtungen im Einsatz", sagt Meier. Künftig sollen Schule und Jugendclub noch mehr verschmelzen. Ein Beispiel: Die Mitarbeiter des Future bereichern die Mittagspausengestaltung an der Lerchenfeldschule mit zusätzlichen Angeboten. Im Umkehrschluss bietet die Bildungseinrichtung im Rahmen ihres Ganztagsschulenansinnens Tanzkurse in den Räumen des Clubs an.

"Wir wollen beiderorts die Kräfte bündeln", erklärt er. So würden alle profitieren. Künftig kann er sich auch vorstellen, dass Lehrer ihre Elterngespräche nicht im Schulgebäude, sondern im Jugendclub führen. "Denn einige Lehrer haben das Gefühl, dass manche Eltern Berührungsängste mit der Schule haben, deshalb soll dann ein neutraler Boden gewählt werden", erklärt er weiter.

Mit der Lerchenfeld-Schule gibt es bereits eine unterzeichnete Kooperationsvereinbarung. Dasselbe soll mit der Gorki-Schule passieren. Doch die gebündelten Kräfte sollen nicht nur Schule und Jugendclub mehr zusammenbringen. "Wir wollen eine gemeinsame Verantwortlichkeit für die Jugendlichen schaffen", sagt er. Deshalb sollen weitere Einrichtungen, wie Kindertagesstätten oder Musikschulen und Sportvereine in den jeweiligen Gebieten das Netzwerk im Sinne der Jugendlichen erweitern.

"Wir würden uns auch freuen, wenn sich Stadträte und Firmen als Paten für die Sozialräume finden", sagt Meier. Denn das gemeinsame Ziel ist im Interesse aller: "Wir wollen die Schulerfolgsquote erhöhen", sagt er. Des Weiteren soll die Straffälligkeit reduziert werden.

Begrenzt soll die neue erweiterte Netzwerkarbeit auf die Sozialräume um die beiden Sekundarschulen sein. Vorerst. "Wir wollen damit erst einmal anfangen und die Arbeit dann auf das gesamte Stadtgebiet ausbreiten", sagt Meier auf die Nachfrage der Stadträte und betont seinen Grundsatz: "Wir wollen das Potenzial, das wir haben, ausschöpfen und die Jugendarbeit qualitativ erhöhen."