Die alte, bereits außer Dienst gestellte Autobrücke über die Eisenbahnlinie bei Schönebeck-Frohse wird jetzt vollends zurückgebaut. Quasi sämtliche Bestandteile sollen wiederverwertet werden. Schwere Technik muss anrücken, um die massiven Betonelemente zu schreddern.

Frohse. Die alte Brücke hat ihre Schuldigkeit getan. Sie wird abgetragen. Das neue, vom Schönebecker Stadtrat "Magdeburger Brücke" betitelte Bauwerk über die Eisenbahnlinie Magdeburg - Halle/Leipzig bei Frohse, ist Ende Oktober freigegeben worden. Der Rückbau des ehemaligen Übergangs hat begonnen. Die alte Brücke besteht aus jeder Menge Beton, dazu aus Metallteilen und natürlich der Brückenrampe, also erheblichen Mengen Erdreich und Sand.

"Es wird eine ebene Fläche hergestellt", erläutert der zuständige Mitarbeiter beim Landesbetrieb Bau, Friedrich-Wilhelm Meier, auf Nachfrage der Volksstimme. Das heißt, von der alten Brücke wird bald schon nichts mehr übrig sein. Bereits jetzt laufen die Arbeiten für das gründliche Auseinandernehmen des Bauwerkes. Die Brücke soll bis Ende Januar in vier Teile zerstückelt werden. Dafür müssen zwei große Kräne nach Schönebeck tranportiert werden, die die Viertel in die Höhe hieven und erst einmal beiseite legen. Widerlager und Fundamente werden mit Hilfe von Stemmbaggern aufgebrochen.

"Die Metallteile gehen in den Schrotthandel zur Wiederverwertung", erklärt Meier. Sogar der Beton, wenn er dann mit schwerer Technik auseinandergebrochen und zerschreddert ist, kann recycelt werden. Wohin Erde und Sand kommen, ist derweil noch nicht geklärt – eventuell wird es als Füllmaterial andernorts verwendet.

Bereits Ende Februar soll der gesamte Rückbau abgeschlossen sein. Das sieht jedenfalls der Zeitplan vor. "Dann muss noch die Oberleitung angepasst werden, deren Höhe ja im Verlauf der Arbeiten für die neue Brücke verändert worden ist", sagt der Fachmann vom Landesbetrieb.

Für die gesamte Bau- und auch für die jetzt erfolgende Rückbaumaßnahme haben das Land Sachsen-Anhalt und die Deutsche Bahn eine sogenannte Kreuzungsvereinbarung abgeschlossen. Das bedeutet, dass sich beide Seiten an den Kosten beteiligen. Die betragen rund sieben Millionen Euro, wobei der Rückbau der alten Brücke mit knapp 300 000 Euro zu Buche schlägt. "Wir liegen aber sehr gut im Kostenrahmen und werden wahrscheinlich ein Stück weit unter der anvisierten Summe bleiben", schätzt Friedrich-Wilhelm Meier mit hörbarer Zufriedenheit in der Stimme ein.

Wie die Deutsche Bahn mitteilt, kommt es von heute Abend an in den Nächten zum 22., 23. und 29. Januar jeweils von 23 bis 4.45 Uhr zwischen Magdeburg Hauptbahnhof und Schönebeck-Salzelmen zu Fahrplanänderungen und Schienenersatzverkehr. Grund sind hier aber erst einmal Oberleitungsarbeiten im Bereich Bahnhof Magdeburg-Buckau. Weitere Infos dazu gibt es bei der Servicenummer der Deutschen Bahn unter 0180 59 96 633 sowie im Internet unter www.bahn.de/bauarbeiten.

Die angesprochene Anpassung der Oberleitungshöhe in Schönebeck soll erst im Mai erfolgen.

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