Bei der jüngsten Barbyer Stadtratssitzung stellten zwei Interessen für den Sportpark Glinde ihre Konzepte vor: die Akademie Lothar Kannenberg möchte ein Erziehungscamp für straffällige Jugendliche, ein rumänischer Investor ein "Europäisches Familien-, Sport- und Jugenddorf" einrichten.

Barby/Glinde l Zumindest in einem Punkt sind sich beide Interessenten einig: Sie wollen den Sportpark Glinde kaufen. Die Vertreter der "Akademie Lothar Kannenberg" stellten ihre Konzeption vor, wie sie es schon zweimal in Glinde taten. In einer Jugendhilfeeinrichtung sollen straffällig gewordene Jungen wieder auf den rechten Weg gebracht werden. Der Tagesablauf sei stramm durchorganisiert: 5.55 Uhr aufstehen, vier Sporteinheiten, 22.30 Uhr Nachtruhe. Keine Schule. Die Jugendlichen bewegen sich nicht einzeln durch den Ort, sondern nur zusammen mit den Betreuern. Kein Radio, Fernsehen, Telefon (die Volksstimme berichtete). Im Gegensatz zu vorherigen Aussagen war jetzt die Rede von 20 Personen. In einer Bürgerbefragung hatten im April die Glinder das Vorhaben mehrheitlich abgelehnt.

Als zweiter Bewerber trat IG-Metall-Bevollmächtiger Detlev Kiel auf. Er vertrat einen rumänischen Investor, der ein "Familien-, Sport- und Jugenddorf" mit angeschlossenem rumänischen Spezialitätenrestaurant einrichten möchte. Die Alexander Hidro Projects GmbH würde rumänische Fachkräfte in Glinde unterbringen, die "zur beruflichen Orientierung und Qualifizierung" nach Deutschland kämen. Durch sie solle der hiesige Fachkräftemangel über Leihfirmen abgedeckt werden.

Angestrebt werde der Ausbau des Sportparks zu einer Begegnungsstätte für Familien, Jugendliche und Sportvereine zur Freizeitgestaltung, wie auch zur beruflichen Orientierung.

Beide Interessenten werden in den kommenden Wochen von der Stadtverwaltung Bau- und Betriebsunterlagen zum Sportpark bekommen. Der "alte" Stadtrat will sich in seiner letzten Sitzung dieser Legislatur am 18. Juni dazu positionieren. Die Entscheidung fällt aber voraussichtlich erst im Herbst dieses Jahres.

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