Barby (tli) l Unser Leser Eckard Oswald ist einem Phänomen auf die Spur gekommen: An der Kreuzung Breite/Brücktorstraße weist ein Straßenwegweiser mit Fährpiktogramm darauf hin, dass es bis "Zerbst 18 Kilometer" sind. Etwa 150 Meter weiter steht in Richtung Saalemündung auf dem Ortsausgangsschild "Zerbst über Fähre 10 Kilometer". Danach ergibt sich eine atemberaubende Rechnung: Die Differenzstrecke von "8 Kilometer" (die ja in Wirklichkeit nur 150 Meter lang ist) legt ein Autofahrer in etwa 15 Sekunden zurück. Das entspräche - glaubt man den Angaben der Schilderaufsteller - einer Geschwindigkeit von 1920 Kilometer pro Stunde. Wie der Physiklehrer uns beibrachte, beträgt die Schallgeschwindigkeit in trockener Luft von 20 Grad Celsius 343 Meter pro Sekunde, also 1235 Kilometer in der Stunde. Fazit: Auf 150 Metern des friedlichen Barbyer Brücktors erreicht man von Schild 1 zu Schild 2 satten Überschall. Da würde wohl auch Einstein ins Grübeln kommen.

Außer Eckard Oswald, dem pensionierten Elektroingenieur und aufmerksamen Fahrradfahrer, bemerken die wenigsten Einheimischen dieses "Wunder von Barby".

Anders ist es bei den zahlreichen sommerlichen Saaleradwanderern, die dieses Mirakel erstarren lässt, weil sie ganz anders auf Kilometerangaben gucken, als Eingeborene.

Ein Tipp für Tourimus-Marketingler, die ständig auf der Suche nach Alleinstellungsmerkmalen sind: Es gibt Luther-, Harz- oder Rolandstädte ... Barby wäre "Überschall-Stadt".

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