Die Calbenser haben entschieden: Sie wählten am Sonntag Sven Hause (parteilos) zum neuen Bürgermeister der Saalestadt. Der 42-Jährige konnte insgesamt 2303 Stimmen auf sich vereinen und sich damit gegen CDU-Kanidat Alexander Berlin (1803 Stimmen) durchsetzen.

Calbe/Schwarz/Trabitz l Sven Hause ging in der Nacht zum Montag auf Nummer sicher. "Ich habe erst richtig gejubelt, als auch die kompletten Stimmen des letzten der sieben Calbenser Wahllokale ausgezählt waren", sagt Hause am Tag nach der Wahl.

"Auch die mich nicht gewählt haben, möchte ich als Bürgermeister mit meiner künftigen Arbeit überzeugen."

Sven Hause, designierter Bürgermeister

Die Auszählung der Briefwahl zu Beginn habe bei ihm schon Hoffnung geweckt. Von 816 Briefwählern votierten 467 für ihn. "Damit deutete sich bereits eine Entwicklung an, die sich später glücklicherweise auch bewahrheiten sollte", sagt Hause gegenüber der Volksstimme.

Hinter dem Calbenser liegt nicht nur ein aufregender Abend sondern auch eine aufregende Nacht. Da die Wahlhelfer die Stimmen zur Bürgermeisterwahl erst nach Europa-, Landrats- und Kreistags- und Stadtratswahl auszählten, konnte im Rathaus das Endergebnis erst gegen 2.15 Uhr bekannt gegeben werden. Fazit: 2303 Calbenser kreuzten auf dem Bürgermeister-Wahlzettel den Namen Sven Hause an, eine Mehrheit von genau 500 Stimmen. "Ich bin hochzufrieden mit dem Wahlausgang", freut sich Hause, der es sich nicht nehmen ließ, einen Großteil des Wahlabends im Rathaus zu verbringen, wo die aktuellen Zahlen aus den einzelnen Wahllokalen zusammenliefen. "Neben der Briefwahl habe ich auch alle Wahlbezirke für mich gewinnen können." Vor allem in Trabitz und im Wahllokal der Neuen Wohnstadt (Hause: "So etwas wie ein Heimsieg") war der Vorsprung besonders deutlich (siehe Infokasten).

"Ich danke allen, die mich unterstützt und gewählt haben", so das designierte Stadtoberhaupt. Das entgegengebrachte Vertrauen wolle er seinen Wählern möglichst schnell wieder zurückgeben. "Auch die mich nicht gewählt haben, möchte ich als Bürgermeister mit meiner künftigen Arbeit überzeugen." Der 42-Jährige ist ebenfalls in den Kreistag und mit 1595 Stimmen in den neuen Stadtrat von Calbe gewählt worden. Dieses Mandat wird Hause bis zur offiziellen Amtsübernahme am 5. Oktober ausfüllen. "Natürlich werde ich davor nicht in die Arbeit der Stadtverwaltung eingreifen", betont Hause. Doch vorbereitende Gespräche rings um das Thema städtische Fördermittel würden schon jetzt in Angriff genommen.

"Wir setzen bei der künftigen Arbeit im Stadtrat auf eine gute Zusammenarbeit."

Alexander Sieche, CDU/FDP-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat

Den Wahlsieg feierten Sven Hause und eine Gruppe von Freunden und Unterstützern dank eines flexiblen Inhabers eines italienischen Restaurants am Markt noch in den tiefen Nachtstunden.

Zeitgleich verfolgten nur wenige Meter entfernt in der Gaststätte "Brauner Hirsch" Bürgermeisterkandidat Alexander Berlin und weitere Christdemokraten und Freunde mit betretenen Minen die Wahlauswertung. Schon gestern morgen bedankte sich Berlin über seine eigene Smartphone-App bei allen Wählerinnen und Wählern. "Es bleibt Herrn Hause zur Wahl zu gratulieren", sagte Berlin, der damit einen Schlusspunkt unter einen fair geführten Wahlkampf setzte.

"Natürlich sind wir enttäuscht, wir haben uns ein anderes Ergebnis gewünscht", findet Fraktionsvorsitzender Alexander Sieche (CDU/FDP) angesichts der Bürgermeisterwahl deutliche Worte. "Wir erkennen den Wählerwillen an, gratulieren Sven Hause und setzen bei der künftigen Arbeit im Stadtrat auf eine gute Zusammenarbeit", sagt Sieche, der mit der CDU die stärkste Kraft im Stadtrat behauptet.

"Alexander Berlin kann erhobenen Hauptes aus einem sehr engagiert geführten Wahlkampf hervorgehen", meint Georg Hamm (CDU/FDP), Ehrenvorsitzender des Stadtrates.

Stadtwahlleiterin Isabel Bartels, die am Montagmorgen gegen 3 Uhr das Licht im Rathaus löschte und schon kurz nach 7 Uhr ihre Arbeit fortsetzte, hebt indes die gute Wahlbeteiligung und die Umsetzung des Calbenser Super-Wahlsonntages hervor. "Ein großer Dank geht an alle Wahlhelfer und die Wahlvorstände für ihre Arbeit."

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