Sie haben sich in ihrem Ort verdient gemacht. Ortsbürgermeister Peter Buchwald hat drei Bierer im Rahmen einer Festveranstaltung am Freitag-abend für ihr langjähriges Wirken ausgezeichnet. Im Beisein von knapp 100 Gästen haben sich Kunigunde Müller, Herbert Spranger und Walter Siedentopf im großen Sitzungssaal in das Goldene Buch von Biere eingetragen.

Biere. Ihr Engagement bereichert das Gemeindeleben in Biere. Durch ungezählte Stunden ehrenamtlicher Arbeit tragen sie dazu bei, dass das Miteinander im 2200-Einwoh- ner-Dorf beispielsweise bei Veranstaltungen in eine feierliche Atmosphäre getaucht wird. Eine Kostprobe davon gaben die Frauen des Bierer Singekreises gleich zu Beginn der Auszeichnungsveranstaltung, sowohl mit einem heimatverbundenen Bördeland-Lied als auch mit dem lateinischen Kanon "Dona nobis pacem".

Damen des Singekreises begeistern seit 15 Jahren

Die Sängerinnen sind inzwischen aus dem Kulturleben des Ortes und der gesamten Einheitsgemeinde nicht mehr wegzudenken. Mittlerweile kann der Singekreis auf über 240 öffentliche Auftritte zurückblicken. Chorleiterin Kunigunde Müller brachte im Oktober 1995 acht weitere sangesfreudige Damen zusammen, die seitdem mit Leidenschaft dem gemeinsamen Hobby nachgehen. Nach ihrem Musik- und Deutschstudium an der Berliner Humboldt-Universität liegen 35 Jahre Berufserfahrung als Musiklehrerin und Chorleiterin an den Sekundarschulen in Ziesar, Biere, Welsleben und Förderstedt hinter Kunigunde Müller. Seit nunmehr 15 Jahren leitet sie den Bierer Singekreis und sorgt wöchentlich für die stimmliche und musikalische Ausbildung der Chormitglieder, deren Zahl auf 20 angestiegen ist.

Walter Siedentopf wirkt ebenfalls musikalisch in Bördelands größtem Ortsteil. Seit mehr als 25 Jahren ist der gelernte Elektromonteur der Leiter und Stabführer des Spielmanszuges der Freiwilligen Feuerwehr Biere. Der aktive Kamerad opfert einen großen Teil seiner Freizeit, um Einsätze des 30-köpfigen Spielmannszuges zu organisieren. Er habe großen Anteil daran, dass die 1960 gegründete Vereinigung von Musikern über die Grenzen des Salzlandkreises hinaus bekannt ist, sagte Bernd Schröder in seiner Laudatio und erinnerte an das Landesmusikertreffen im vergangenen Sommer aus Anlass des 50-jährigen Bestehens des Spielmannszuges. Auch daran habe Walter Siedentopf mit seiner Organisation einen erheblichen Anteil.

Mit 88 Jahren ließ es sich Herbert Spranger als dritter Geehrter nicht nehmen, den Eintrag ins Goldene Buch persönlich vorzunehmen. Der gebürtige Bierer erlitt vor fünf Jahren einen Schlaganfall und lebt heute im Pflegeheim in Bad Salzelmen. Bis zu seiner Einberufung 1942 übte er den Beruf des Kaufmanns aus. Im Juli 1945 wurde er aus der Kriegsgefangenschaft entlassen. SKL Magdeburg, die Maschinen- und Ausleihstation (MAS) in Großmühlingen, die LPG "Bundschuh" in Biere waren weitere Berufsstationen. Bis zu seinem Ruhestand 1988 war er in der LPG-Verwaltung tätig.

Herbert Spranger engagierte sich jahrelang ehrenamtlich im Sport bei der BSG "Traktor" Biere. "Doch schon früh beschäftigte er sich mit der Geschichte seines Heimatdorfes", sagte Bernd Schröder in der Laudatio. So habe sich Herbert Spranger mit weiteren Chronisten wie Fritz Schöne, Karl Köhler oder Wilhelm Strumpf intensiv mit der Bierer Chronik auseinandergesetzt. Stets habe er seine große Verbundheit mit seinem Heimatdorf bekundet.

Vereine sollen weiter gefördert werden

Damit wurde das ehrenamtliche Wirken von weiteren drei Bierern im Goldenen Buch verewigt. Vor sieben Jahren hat Peter Buchwald die wiederkehrende Auszeichnungs- veranstaltung ins Leben gerufen. "Damit soll jener Einsatz für die Allgemeinheit gewürdigt werden, der oft im Verborgenen bleibt", sagte der Ortsbürgermeister in seiner Ansprache.

Er blickte sowohl auf drei Jahre in Biere als ein Bestandteil der Einheitsgemeinde zurück als auch in die Zukunft, die vielversprechend für den Ortsteil ist. Nachdem der Förderverein Biere in den ver- gangenen Jahren insgesamt rund 170 000 Euro an Vereine im Dorf ausgegeben hat, lägen bereits weitere Förderzusagen durch die Lorica Windkraft GmbH mit Sitz in Biere vor.

Zudem stelle auch die geplante Ansiedlung eines Großrechenzentrums der Telekom auf einer Fläche von rund 24 000 Quadratmetern ein weiteres positives Signal für die Entwicklung von Biere.

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