Im September fällt der Startschuss für ein Millionenprojekt. Dann nämlich soll die Straße zwischen Frohse und der Altstadt - die Geschwister-Scholl-Straße - grundhaft ausgebaut werden. Dafür werden rund sieben Jahre veranschlagt.

Schönebeck l Würde die politische Wende nicht vor 25 Jahren gewesen sein, die Geschwister-Scholl-Straße wäre mit Sicherheit ein sogenanntes "Parteitagsobjekt" geworden. Seit mehr als 30 Jahren lag der Ausbau dieser wichtigen Verbindungsstraße im Stadtgebiet immer mal wieder auf dem Schreibtisch oder für längere Zeit in der Schublade. "Zum ersten Mal wurde im Jahr 1984 darüber gesprochen", berichtete am Dienstagabend auf einer Bürgerversammlung, zu der die Stadtverwaltung Schönebeck eingeladen hatte, Regina Schäfer vom Tiefbauamt.

Das nicht vorhandene Geld ließ das Projekt in der Versenkung verschwinden, genauso im Jahr 1994 wieder. Erst jetzt wird die Maßnahme, die sich über sieben Jahre erstrecken wird, umgesetzt. Im September soll sie starten. Nicht unerheblich bei den Gesamtkosten von fast 3,8 Millionen Euro ist ein Zuschuss der Landesstraßenbaubehörde von fast 2 Millionen Euro. Die Bundesstraße ist nämlich noch in Trägerschaft des Landes und soll der Stadt übergeben werden. Voraussetzung: Die Trasse ist in einem tadellosen Zustand.

Mit dem Neubau der Straße sind auch Kompromisse zwischen den Anliegern, Gewerbetreibenden, den Baufirmen und der Stadt gefordert. Schon vor einigen Tagen wurden die anliegenden Firmen in einer Zusammenkunft mit der Stadt gesondert über die Bauablauf informiert. Jetzt waren die Bürger an der Reihe.

Regina Schäfer vom Tiefbauamt berichtete über zahlreiche Veränderungen. So soll die Höhe der Straße wieder dem alten Bild angepasst werden. Außerdem werden erstmals eine Straßenentwässerung gelegt und Borde gesetzt. Die Straße erhält im 1630 Meter langen Verlauf insgesamt 127 Parktaschen sowie kleine Grünflächen. Die "neue" Schollstraße soll unterschiedlich breit werden: von Frohse bis zur Kreuzung Welsleber Brücke 7 Meter, weiter in Richtung Innenstadt 6,50 Meter. "Später muss auch genau in diesem Kreuzungsbereich die Verkehrsführung verändert werden", so Regina Schäfer. Die Schollstraße erhält eine abbiegende Hauptstraße - nämlich von Frohse kommend in die Tischlerstraße.

Mit Beginn der Arbeiten tritt innerhalb der Stadt eine weiträumige Umleitung in Kraft. Autofahrer, die die Stadt lediglich durchfahren, werden dann endlich über die Umgehungsstraße und die neue Elbbrücke geleitet. Innerorts soll die Einbahnstraßenregelung in der Tischlerstraße am Busbahnhof aufgehoben werden. "Es wird sicherlich trotzdem zu zeitweiligen Einschränkungen kommen. Dafür bitten wir um Verständnis", erklärte Schönebecks Oberbürgermeister Bert Knoblauch (CDU).

Die Anwohner der Schollstraße, die zu der Bürgerversammlung eingeladen waren, hatten zahlreiche Fragen. So wollte eine Frau wissen, ob die Stadt beabsichtige, Parkuhren an den neu geschaffenen Parktaschen aufzustellen? Diese Frage wurde verneint. Lediglich vor Geschäften wie Fleischer oder Bäcker denke die Verwaltung darüber nach, ein Kurzzeitparken einzurichten, damit Kunden dort regelmäßig einen Parkplatz finden.

Eine andere Frage ging in Richtung Finanzierung und Bürgerbeteiligung. Aufgrund des Zuschusses der Landesstraßenbaubehörde rechnet die Stadt damit, dass die Beiträge lediglich die Hälfte der sonst üblichen Summe betragen könnte. Bei hoher Förderung ist der Städte Eigenanteil klein, also die Summe, die auf die Bürger umgelegt werden kann.