Calbe (api) l "Wir arbeiten mit Hochdruck", sagt Marco Kopitz. Seit Monaten wiederholt der Polizeipressesprecher des Salzlandkreises diesen Satz gebetsmühlenartig gegenüber Volksstimme-Nachfragen zum Feuerteufel von Calbe. Es gebe eine Liste mit mehreren Verdächtigen. Die eigens gegründete vierköpfige Ermittlungsgruppe sei bereits einer Vielzahl von Hinweisen nachgegangen, hat Zeugen befragt und Verdächtige vernommen. "Doch gerichtsverwertbare Beweise gibt es bislang noch nicht", sagt Kopitz, der mit dieser Situation alles andere als zufrieden ist. "Wir stehen unter einem enormen Druck durch die Bevölkerung" sagt Kopitz. "Die Öffentlichkeit sitzt uns im Nacken und will Ergebnisse sehen." Doch nach derzeitigem Erkenntnisstand sei es noch nicht möglich, alle Brandstiftungen und Sachbeschädigungen durch Brand einem bestimmten Verdächtigen zuzuordnen. Es sei ein schwieriger Spagat, einerseits die Öffentlichkeit zu informieren und andererseits Ermittlungstaktiken geheim zu halten. Nicht ohne Grund weist Kopitz darauf hin, dass im Falle von Selbstjustiz dem Ausübenden nach geltendem Rechts empfindliche Strafen drohten. Ein anfangs in den Polizeifokus geratener Verdächtiger wurde nach Volksstimme-Informationen am Donnerstag verprügelt. Eine weitere Verstärkung der Polizeipräsenz werde es laut Kopitz nicht geben. Schon seit Wochen seien zusätzliche Beamte - auch in zivil - im Einsatz. Auch von einer Videoüberwachung an den neuralgischen Punkten in der Neuen Wohnstadt hält der Polizeisprecher wenig. "Die meisten Brände sind nachts gelegt worden", sagt Kopitz. Damit sei es schwer, verwertbares Videomaterial zu erhalten.