Zu einem Tag der offenen Tür luden am Sonnabend die Kameraden der Feuerwehr Pretzien ein. Sie boten zum inzwischen 11. Mal ein buntes Programm für die kleinen und großen Besucher an.

Pretzien l Dass sich ein Tag der offenen Tür der Feuerwehr durchaus lohnen kann, weiß Pretziens Wehrleiter Michael Vorwerk zu berichten. Als die Kameraden im vergangenen Jahr gemeinsam mit dem Feuerwehrförderverein einluden, war nicht nur die Resonanz aus der Bevölkerung wie immer super, sondern zahlte sich förmlich auch unter dem Strich aus: nämlich im Nachwuchs. "Wir haben damals vier neue Kinder und Jugendliche in unseren Reihen aufgenommen. Damit war der Tag ein voller Erfolg", resümierte er am Sonnabend im Gespräch mit der Volksstimme.

Und wenn es nur ein Nachwuchs-Kamerad wäre, dann hätte sich der ganze Aufwand schon gelohnt, so Wehrleiter Michael Vorwerk. Derzeit zählen die Pretziener 19 Mädchen und Jungen in den Reihen der Jugendfeuerwehr. Doch fünf von ihnen werden in den nächsten Monaten 18 Jahre, haben ihre Ausbildungen absolviert und werden in die aktive Wehr aufgenommen. Das sieht der Wehrleiter mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Auf der einen Seite ist er froh, die aktive Truppe mit fünf jungen Kräften verstärken zu können. Auf der anderen Seite reißt der Wechsel ein Loch in die Nachwuchsarbeit.

Doch wer am Sonnabend gesehen hat, mit welchem Aufwand die Pretziener sich um ihre Feuerwehr mühen, dem muss nicht bange werden. Als sichtbares Zeichen kam die Drehleiter der Schönebecker Kameraden nach Ostelbien und unternahm mit ganz mutigen Kindern kurze Fahrten bis in 10 Meter Höhe. Erwachsene ohne Angst wurden sogar mit dem Rettungskorb bis in 30 Meter über die Dächer von Pretzien gehoben.

Ganz neu dabei war Andrea Barby. Die Pretzienerin, die schon seit mehr als 15 Jahren im Dorf lebt, entdeckte im vorigen Jahr ihr Liebe zur Imkerei. "Ein Bericht im Fernsehen hat bei mir den Ausschlag gegeben", erzählt sie. "Ich fand es spannend, was so in dem Bienenvolk vorgeht."

Ein einjähriger Imkerlehrgang und die liebevolle Unterstützung des Schönebecker Imkervereines hinterließen nun ihre Spuren: in Form von Honig. Den nämlich brachte Andrea Barby zum Tag der offenen Tür der Feuerwehr Pretzien mit auf das Gelände. Nicht nur die kleinen, sondern auch die "großen Kinder" durften aus den vier verschiedenen Gläsern mit den unterschiedlichen Erträgen löffeln. "Das ist ein fantastisches Hobby", so die junge Imkerin.

Wie immer mit dabei waren die Köche an der Gulaschkanone, in der deftige Erbsensuppe köchelte. "Herr der Kelle" war wie immer Jörg Meldau, der bereits am Freitag mit den Arbeiten in der Großküche begann: 10 Kilogramm Erbsen, 3 Kilogramm Zwiebeln, 5 Kilogramm Kartoffeln, 2 Kilogramm Möhren und 2 Kilogramm Sellerie mussten aufgequollen und geschnippelt werden. "Hinzu kommt noch Liebstöckel, eine Handvoll Majoran, Pfeffer und Salz", so Meldau. Klingt aber alles sehr vegetarisch ... "Das wichtigste sind aber 6 Kilogramm Kassler dicke Rippen", lächelt der Koch. Und zufriedene Gäste waren die Pretziener am Sonnabend auch wieder. Die 120 Portionen hatten eine kurze Halbwertzeit.

Insgesamt waren am Ende Wehrleiter Michael Vorwerk und der Leiter des Feuerwehrfördervereines, Helko Meyer, mit dem Zuspruch zufrieden. "Wir machen das seit Jahren gemeinsam. Da wissen wir, was geht und was nicht. Wir sind sehr froh, dass wir die Feuerwehr so gut präsentieren konnten", meinte am Ende Helko Meyer.

Davon überzeugten sich am Sonnabend nicht nur Ortsbürgermeister Friedrich Harwig und sein "alter" Gemeinderat, die zum Fest gekommen waren. Mit dabei war auch der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Salzlandkreis, Lothar Meyer. Er brachte der Wehr eine kleine finanzielle Unterstützung. "Das ist schon klasse, was hier geleistet wird", sagte er.

   

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