Die diesjährigen Kinder- und Jugendspiele im Pferdesport finden Ende Juni erstmalig in Wespen statt. Veranstalter sind die Reitsportgemeinschaft Wespen (RSG) und der Kreispferdesportbund Salzland.

Wespen l "Bisher waren die in Westeregeln, jetzt sind sie bei uns", sagt Manni Bettge, Chef der Reitsportgemeinschaft, stolz. Die lauschige Reitsportanlage am Dorfrand eignet sich gut dafür: Jegliche Pferde-und-Reiter-Infrastruktur ist vorhanden. So wird am 28. Juni ab 9 Uhr das volle Programm über die Bühne gehen: Dressur, Springen, Fahren für Senioren bis 18 Jahre. Startberechtigt sind alle Aktiven des Salzlandkreises. Den Hut haben Verbandschef Harald Sporreiter und Manni Bettge auf.

Die optische Wirkung von Bildern

Um die Veranstaltung Publik zu machen, lud der Vereinschef kürzlich die Medien ein. Weil Bettge um die optische Wirkung von Bildern weiß, hatte er drei "repräsentative Models" organisiert. "Ihr wollt doch immer ein schönes Foto haben", nickte er den Fotografen zu.

Julia begnügt sich erstmal mit dem Holzpferdchen

Und in der Tat: Im Sattel saßen Vanessa Schulze (15), Elena Maynicke (15) und Julia Kalinke (10). Die RSG-Mädchen nehmen in den Sparten Springen, Fahren, Dressur und Führzügel teil. Derweil die beiden 15-Jährigen hoch zu Ross sitzen, begnügt sich Julia ganz entspannt mit einem Holzpferdchen, das auf dem Gelände der Reitanlage steht. Was bei den Kinder- und Jugendspielen freilich anders sein wird.

Nach dem Fototermin gibt Manni Bettge seinen jungen Sportlerinnen gleich wieder die Richtung, denn wer rastet, der rostet. "Vanessa, Julia! Reitet doch jetzt zur Hölle und zurück", be- oder empfiehlt er.

Doch keine Angst, so hart sind die Trainingsregeln in Wespen dann auch wieder nicht, dass man den Nachwuchs in die Hölle schickt. So heißt eine Gemarkung südlich des Dorfes, wo sich in grauer Vorzeit ein Saalearm entlang schlängelte und heute ein kleines Biotop ist. Warum dieses Fleckchen Erde einen so unangenehmen Namen trägt, weiß niemand mehr.

Ein bisschen Pferdeblut in den Adern

In den Adern von Manni Bettge scheint auch ein bisschen Pferdeblut zu fließen. Sind die Kinder- und Jugendspiele vorbei, bereitet er schon wieder den Wespener Reitertag vor, der am 26. Juli stattfindet.

Sein erstes Ringreiten bestritt Manni als 13-Jähriger 1964. Damals führte die Strecke noch mitten durchs Dorf. Erster Preis war damals ein Ferkel.

"Reitsport-Tiefpunkt" sei Mitte 1970er Jahre gewesen. "Da kamen mit Mühe 19 Pferde zusammen, die wir uns zusammenborgten", deutet er auf ein altes Schwarzweiß-Foto. So auch vom Volkseigenen Gut (VEG) Barby. Bevor diese Aufgabe ein "Multicar" übernahm, wurden die Essenbehälter zu den Außenstandorten mit Pferdewagen transportiert. "Ein Fuchs davon war richtig gut. Den habe ich dem VEG abgekauft", erinnert sich der Wespener. In den 1980er Jahren erhielt der Reitsport wieder Aufwind. Es war die Zeit, als auch die RSG-Wespen gegründet wurde.

Wenn mal wieder das Ringreiten beginnt, werden sich einige alte Hasen bestimmt an Episoden erinnern, die sich früher nach den Wettkämpfen abspielten. Die Reiter waren heiter und gelöst, was auch an dem einen oder anderen geistigen Getränk lag.

Warum Reiter die Calbenser mit Eiern bewarfen

Einen derben "Klassiker" wird Manni Bettge nie vergessen. Ein Trupp Wespener und Tornitzer Reiter querte nach dem Ringreiten in Schwarz Calbes Neue Wohnstadt. Weil die Blase drückte, gingen sie in die Rabatten. Was den Zorn einiger Anwohner auf den Plan rief. Als "ihr ollen Schweine" fiel, reichte einem Tornitzer der geharnischte Bürgerprotest. Er griff zu seinem Preis, den er in Schwarz gewonnen hatte und bewarf die Calbenser damit. "Wir hatten ziemliche Mühe, ihn davon abzuhalten. Ich glaube, ein paar Mal hat er wohl auch getroffen", grinst Manni Bettge.

Der Tornitzer hatte eine Kiepe roher Eier gewonnen.