21 Maßnahmen an der Calbenser Infrastruktur wurden bei Besichtigungen erneut unter die Lupe genommen. An einigen Objekten wurden größere, andernorts neue Schäden entdeckt. Daher wurde der Maßnahmeplan zur Beseitigung von Hochwasserschäden um rund 1,2 Millionen Euro nach oben korrigiert.

Calbe/Schwarz/Trabitz l Bereits Ende Oktober vergangenen Jahres hatte der Stadtrat den vorgelegten Maßnahmeplan zur Beseitigung der Hochwasserschäden an der kommunalen Infrastruktur von Calbe, Schwarz und Trabitz verabschiedet (Volksstimme berichtete). Unter anderem bezifferten drei Planungsbüros aus Calbe und Barby auf Grundlage einer genormten Schätzung die Schäden an 21 Maßnahmen im Außenbereich - also ohne ländliche Wege, Straßen und Plätze. Ihr Ergebnis: 5,63 Millionen Euro würden benötigt, um die entstandenen Schäden zu beheben.

Doch nach vielen Monaten, nachdem im Stadtgebiet und den Ortsteilen endgültig die Schäden beräumt und gesäubert sowie eine Trocknung an Gebäuden, Neben- und Außenanlagen vollzogen war, wurde erneut begutachtet. Dabei wurde klar, dass an einigen Stellen die Schäden größer als zuvor angenommen waren. Andernorts wurden erst zu diesem Zeitpunkt neue Schäden durch das Jahrhunderthochwasser sichtbar.

Nach Ausführungen der Calbenser Bauverwaltung sei auch der Baupreisindex - der Wert ermittelt die Entwicklung der Baupreise - in die neue Betrachtung mit eingeflossen.

Bewilligungsschluss erfolgt nun ein halbes Jahr später

Dies hatte ebenfalls zur Folge, dass sich an einigen Objekten ein höherer Schaden summierte als in der Anfangsbetrachtung (siehe Infokasten). Insgesamt verschieben sich die Kosten um rund 1,2 Millionen auf rund 6,82 Millionen Euro nach oben.

Der geänderte Maßnahmeplan ist im Rat mit großer Mehrheit (25 Ja-Stimmen, eine Enthaltung) beschlossen und danach an die Investitionsbank Sachsen-Anhalt sowie das Landesverwaltungsamt gesandt worden. Eine nochmalige Meldung an den Salzlandkreis wurde nicht nötig, da keine Einzelmaßnahme neu aufgenommen wurde.

Bisher mussten Anträge auf Wiederaufbauhilfe bis zum 30. Juni dieses Jahres erfolgen, die Bewilligung durch Landesverwaltungsamt beziehungsweise Investitionsbank sollte bis Jahresende erfolgen. Am vergangenen Freitag aber hat die Landesregierung die Fristen für die Antragstellung bis zum 31. Dezember 2014 verlängert. Nach den Worten von Ministerpräsident Reiner Haseloff sei man damit dem Wunsch vieler Kommunen entgegenkommen, die für kompliziertere Projekte mehr Zeit brauchten.

Für den eingereichten Calbenser Maßnahmeplan bedeutet das nun, dass der Bewilligungsschluss sich analog ebenfalls um ein halbes Jahr bis 30. Juni 2015 verschiebt. Wann genau die Saalestadt das beantragte Geld erhalten wird, bleibt daher weiter fraglich.