Schmerzen, fremde Ärzte, unheimlicher Ort? Fehlanzeige. Calbenser Vorschulkinder der Johanniter-Kita "Märchenland" erkundeten gestern die Kinder- und Jugendklinik in Schönebeck. Völlig angstfrei ließen die neun Knirpse ihre Kuscheltiere von Chefärztin Dr. Christina Gerstner und ihrem Team untersuchen.

Calbe/Schönebeck l Der kleine Leopard ist stumm und irgendwie träge. Schmerzen scheint "Leo" nicht zu haben. Doch irgendetwas mit ihm stimmt nicht. Der sechsjährige Elias tätschelt seinem tierischen Freund über den Kopf, schließlich braucht er keine Angst zu haben. Elias sitzt mit ihm bei Dr. Stefanie Jörgens am Tisch. Die Kinderärztin tastet die Plüschkatze ab, Kopf, Rücken, Beine. Plötzlich zuckt "Leo" zusammen. Verdacht auf einen Bruch. Ein Fall für Christina Gerstner. Sofort wird der Leopard an die Chefärztin weitergeleitet.

Nach einem schnellen Röntgen wird das Testbild in Kugelschreiber-Optik mit ernster Miene ausgewertet. Weiter geht es zu Krankenschwester Silvana Jedlischka, die den Hinterlauf des Tieres fachmännisch schient.

Gebrochenes Bein wird minutenschnell verarztet

In der Zwischenzeit hat Christina Gerstner ein Rezept ausgestellt und Elias gegeben. Ein Glück, dass die Apotheke gleich nebenan ist. Kindergärtnerin Beate Busse findet das Medikament und gibt es Jonas mit Dosierungsempfehlung in die Hand. Zuzahlungsfrei. Geht es "Leo" nun besser? "Ja, das sieht man doch", meint Elias.

Ähnlich ist es gestern Vormittag weiteren Kuscheltieren und Puppen ergangen wie der kleinen Chou Chou, die nach einem Fahrradsturz über Schmerzen klagte und weiteren Puppen und Kuscheltieren. Ihnen allen konnte das Team der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin helfen.

"Im Rahmen unserer Projektwoche, bei der wir die Erste Hilfe probten, wollen wir auch die Arbeit in einem Klinikum kennenlernen", sagt Erzieherin Alette Uebe von der Calbenser Kita "Märchenland", die sich mit Mutti Marlen Hollemann und den Mädchen und Jungen auf den Weg nach Schönebeck machten, chauffiert in zwei Kleinbussen der Johanniter-Unfallhilfe.

Ärzte und Schwestern des Ameos-Klinikums hatten sich im Vorfeld bereits einige Gedanken zur Gestaltung des Vormittages gemacht, wie spielerisch Kinderängste vor dem Krankenhaus abgebaut werden könnten. So ging es auf Streifzug durch die Abteilung mit 24 Betten sowie zwei Mutter-Kind-Zimmern, acht Ärzten, 20 Kinderkrankenschwestern und einer Pädagogin, auf der im Jahr rund 1200 Patienten stationär betreut werden.

"Schön war der Ultraschall mit dem Glibbergel, das auf den Bauch kommt", sagt Franz begeistert. Der Sechsjährige konnte so ein echtes Herz schlagen sehen. Nach einer kleinen Stärkung verließen die Knirpse - mit ihren Kuscheltieren unter dem Arm - wieder die Klinik.

Einzig Max Topfmeier war schon einmal "im richtigen Leben" im Schönebecker Klinikum gewesen. "Da hatte ich aber auch keine Angst", sagte der Sechsjährige ganz selbstverständlich. Ein besseres Lob aus Kindermund kann es für Chefärztin Christina Gerstner und ihr Team gar nicht geben.

 

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