Das Grün der Hoffnung sprießt auf der flutgeschädigten Sportanlage des SV Rot-Weiß Groß Rosenburg im Seegarten. Der neue Fußballrasen soll bald bespielbar sein, die Ausschreibung zur Sanierung des Sportlerheims läuft. Mittwoch gab es außerdem eine stattliche Spende.

GroßRosenburg l Mindestens bis zur Winterpause müssen die Kicker noch mit den Containern vorlieb nehmen, die nach der Flut als Provisorium aufgestellt wurden. Sie dienen als Ersatz für das zerstörte Vereinsheim, kosten aber pro Monat 400 Euro Miete. Um diese zu begleichen sind die Rosenburger auf Spenden angewiesen, bis im kommenden Jahr die Sanierung des Hauses abgeschlossen ist.

"Ich hatte Herrn Lischka während der Flut als zuverlässigen Partner kennengelernt."

Deswegen holte Ortsbürgermeister Michael Pietschker (parteilos) den SPD-Bundestagsabgeordneten Burkhard Lischka ins Boot, um irgendwo Spenden aufzutreiben. Sie werden für Sportbekleidung, Inventar und Miete für die Übergangscontainer gebraucht. "Ich hatte Herrn Lischka während der Flut als zuverlässigen Partner kennengelernt", begründet Pietschker seinen Vorstoß in diese Richtung. Die Beiden trugen ihr Anliegen der Staatskanzlei vor, die wiederum den Kontakt zu caritativen Organisationen herstellte. Darunter war das Fluthilfebüro-Magdeburg der Diakonie-Katastrophenhilfe, die den Rosenburger Antrag prüfte und 11000 Euro bewilligte.

Das Wasser schaffte es vor einem Jahr, die Schwelle des Funktionsgebäudes zu überqueren und stand dort etwa 50 Zentimeter in den Räumen. Vereinschef Gunter Mittmann beziffert den Gesamtschaden der Anlage auf eine halbe Million Euro. Allein die Inventarschäden würden sich auf 42000 Euro belaufen.

Warum baut man bei dieser gewaltigen Summe nicht ein neues Haus? "Geht nicht", winkt der Ortsbürgermeister ab, "dafür gibt es im potenziellen Überflutungsgelände keine Baugenehmigung mehr."

Also bleibt nur die Sanierung.

Ortschef Michael Pietschker hofft, dass das Sportlerheim im Frühjahr wieder bezogen werden kann. Die Projekte sind fertig, die Ausschreibung ist raus, der Sanierung steht nichts mehr im Wege. Der Bau wurde in den 1930er Jahren als Kindergarten errichtet.

Bereits im vergangenen Jahr hatte man die Holzfußböden herausgerissen, um Vorbereitungen für die Sanierung zu schaffen.

Der zweite Fußballplatz wird in etwa vier Wochen bespielbar sein. Doch Gunter Mittmann sieht das mit gemischten Gefühlen. Die sanierte Fläche hat weder Bande noch Flutlicht. Die findet man auf dem ersten Platz, der wenig vom Deichbruch beeinträchtigt war, demnach nicht saniert wurde, aber von seiner Beschaffenheit mit dem neuen Rasen nicht mithalten kann. Auch dazu werden die Kicker des SV Rot-Weiß Groß Rosenburg eine Lösung finden.

Im Zuge der Bauarbeiten werden neue Kabel zum Funktionsgebäude verlegt. "Wir haben nach Fertigstellung dann auch einen Internetanschluss", freut sich Gunter Mittmann. Eine Neuigkeit, die sich allerdings anfangs zäh gestaltete. Denn die Telekom stellte fest, dass Sportplatz am Seegarten zwar schön klingt, aber keine ordentliche Postadresse ist. Und demnach eigentlich überhaupt nicht existiert ... "Wir haben das jetzt so hinbekommen, dass wir fortan Rosmariengasse 11 a sind", so der Vereinschef.

Was sich schließlich auch nett anhört ...

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