Calbe l Der Schülersprecher einer Schule tritt nur selten öffentlich auf, intern erfüllt er aber eine sehr wichtige Rolle, ist er doch das Sprachrohr der Schülerschaft, wenn es um wichtige Entscheidungen oder kleine Verbesserungen geht. Hannes Adam füllte dieses Amt seit zwei Jahren aus, steht nun kurz vor seinem Abitur.

"Nein, Klassensprecher war ich vorher nie", blickte er auf die Zeit vor zwei Jahren zurück, als er überraschend zum Jahrgangssprecher der elften Klassen gewählt wurde. Gemeinsam mit seinem Stellvertreter Florian Ende vertrat er die Interessen seiner Klassenstufe in den beiden Jahren als Abiturstufe.

Offensichtlich kam seine ruhige Art auch bei den jüngeren Klassensprechern an, denn ebenfalls vor zwei Jahren wurde der heute 18-Jährige zum Schülersprecher seiner Schule gewählt.

"Die Lehrer und die Schulleitung wollen unsere Meinung hören." - Hannes Adam, Schülersprecher

Was das Amt ausmacht? "Es hat erst in den vergangenen Jahren wirklich an Kontur gewonnen", erklärte er. So finden seitdem regelmäßig Treffen der Klassensprecher statt, bei denen ein entsprechender Austausch über die Themen stattfinden kann, die die Schüler bewegen. Auch Entscheidungen werden dort getroffen. So oblag es zum Beispiel den Schülern, wofür der Erlös des Weihnachtsbasars eingesetzt wird. Die Wahl fiel auf Schiller-Zitate, die seit wenigen Wochen die Flure in der oberen Etage des Altbaus zieren. Als Jahrgangssprecher schob er zudem gemeinsam mit dem damaligen Schulleiter Erhard Kiel das Projekt Trinkbrunnen im Gebäude-Verbinder an.

Die Arbeit in der Schülervertretung findet der Abiturient sehr wichtig. So fordere sich die Schülerschaft Mitbestimmung ein und bekommt sie auch. "Die Lehrer und auch die Schulleitung wollen unsere Meinung hören", so Adam. Unter anderem in der Gesamtkonferenz ist die Stimme der Schüler durchaus wichtig. "Wenn es um tiefgreifende Änderungen geht, zum Beispiel bei der Hausordnung, werden wir als Schüler gefragt", erklärt Adam.

Nach Höhepunkten seiner Tätigkeit gefragt, fallen ihm natürlich sofort die beiden Verabschiedungen von Schulleiter Erhard Kiel im vorigen Jahr und seiner Stellvertreterin Marlis Fischer ein halbes Jahr später ein. Eine Rede zu einem solchen Anlass, vor dem gesamten Lehrerkollegium und zahlreichen Ehrengäste, in diese Verlegenheit kam bis dato kein Schülersprecher am Friedrich-Schiller-Gymnasium. "Ich war schon im Vorfeld ganz schön aufgeregt", gestand er und erinnerte sich an den Moment, in dem er wirklich vorn stand. Es sind wenige Momente, in denen Adam im öffentlichen Rahmen die rund 600 Calbenser Gymnasiasten repräsentierte. Seine Rede sei damals gut angekommen, erinnert er sich an die Reaktionen darauf.