Schönebeck l Weltrad entwickelt Gastronomie und Herberge an der Elbe, eine Schiffs- und Restaurierungswerkstatt will ihren Firmensitz etablieren und auch die Gebäude des Cokturhofs sollen nicht ungenutzt bleiben. Es gibt Pläne für das Areal am Salinekanal. Noch halten sich die öffentlichen Instanzen mit konkreten Aussagen zurück. Doch die Politik muss jetzt die Grundlagen dafür schaffen, dass der Cokturhofbereich unter vielfältigen Nutzungen blühen kann. So sickern auch erste Ideen durch, was aus dem Areal und den Gebäuden werden kann.

Zunächst der Ist-Stand: Der Stadtrat hat jetzt Beschlüsse rund um den Bebauungsplan Cokturhof mehrheitlich gefasst. Verwaltung und Bürgervertretung schaffen damit die rechtliche Grundlage für neue Nutzungsmöglichkeiten.

Der Bebauungsplan wurde jetzt bereits zum dritten Mal inhaltlich verändert. Eine erste Ergänzung bezog sich auf Weltrad, eine zweite auf die Ansiedlung der H B Bootsbau und Restaurierungs GmbH im südlichen Bereich. Die dritte Änderung nun ist ausgerichtet auf alle Gebäude der ehemaligen Landkreisverwaltung. Kein Geheimnis ist, dass der Salzlandkreis sich von seinen Objekten trennen und die Verwaltung in Bernburg konzentrieren will. Hinter vorgehaltener Hand ist auch zu erfahren, dass es Interessenten für die großen, aber sanierungsbedürftigen Gebäude gibt, in denen jetzt noch der Fachbereich III Gesundheit, Ordnung, Sicherheit sitzt. Die Rede ist von einer "touristisch-gewerblichen Nutzung" in der Zukunft.

Also ein Hotel? Genaue Antworten gibt es nicht. In Bernburg hält man sich mit konkreten Aussagen zurück. Landkreissprecherin Ingrid Schildhauer bestätigt zunächst, dass der Landkreis seinen Standort in der Elbestadt aufgibt. "Die Nutzung des Cokturhofs wird der Salzlandkreis mit Fertigstellung der Umbaumaßnahmen in der ehemaligen Berufsschule in Roschwitz einstellen. Dies ist geplant im ersten Quartal 2015."

Noch in diesem Jahr solle der Kreistag einen entsprechenden Beschluss zum Verkauf fassen. Anschließend werde die gesamte Liegenschaft öffentlich ausgeschreiben. "Wer sich daran beteiligt, ist noch offen", sagt Ingrid Schildhauer und umgeht damit die Frage nach nennenswerten Interessenten.

Auch in der Stadt hält man sich zurück. "Wir verändern den Bebauungsplan, weil es natürlich Pläne seitens des Kreises und auch Anfragen von Interessenten gibt", sagt Schönebecks Baudezernent Guido Schmidt. Das alles sei aber Sache der Bernburger Behörde. Die Stadt habe die Planungshoheit für die Bauleitplanung und nehme sie auch wahr, um alle Voraussetzungen anderer Nutzungsmöglichkeiten zu schaffen. "Denn bisher ist alles Sondergebiet Verwaltung", sagt Guido Schmidt. Das Änderungsverfahren sei sehr aufwendig, ähnele der Neuaufstellung eines Bebauungsplanes und verursache auch Kosten, so der Ressortchef. Deshalb gehe man das Verfahren auch nur an, wenn es konkrete Pläne gebe.

Am Ende der Planungen stehe die Auslegung des neuen Bebauungsplanes. Alles, so Guido Schmidt, müsse mit übergeordneten Plänen wie regionalen Flächennutzungplänen harmonisieren.

Die Grundlagen sind geschaffen, dass der Kreis verkaufen kann und Interessenten mit individuellen Nutzungsideen sich melden. Was aus dem Haus wird, will die Verwaltung in Bernburg erst nach einem erfolgreichen Verkauf öffentlich bekanntgeben.