Calbe l Meist sind es die nichtoffiziellen kleinen Runden von Mitgliedern des Verschönerungsvereins Calbe (VVC). Bei ihnen keimen schon mal Ideen zur Verschönerung der Saalestadt auf, die weit entfernt sind von klassischen Begrünungen oder Baumaßnahmen. Viele werden diskutiert und wieder verworfen, oft, weil es am nötigen Geld mangelt. Doch die Ehrenamtlichen haben mit Storchplatz oder Saalemauer bewiesen, dass es neben einer zündenden Idee vor allem auf die Eigeninitiative ankommt, um etwas Sichtbares zu schaffen.

Kraftwerks-Eigentümer müsste zustimmen

Neben einem neuen Geländer am Areal des Schiffsanlegers ist jetzt die große Einlassklappe des Buchtenkraftwerks auf der gegenüberliegenden Saaleseite ins Visier des VVC gerückt. Sie wird mit Hilfe einer mechanischen Vorrichtung auf- und abgelassen und reguliert so die Einflussmenge zum Wasserkraftwerk - technisch unabdingbar, aber unter optischen Gesichtspunkten entbehrlich. Ihr Nachteil: Sie ist groß, grau, kahl und stört damit etwas den freien Blick von der Calben-ser Saalemauer hinüber zum Mönchsheger.

"Sie hat aber auf jeden Fall Potential, um etwas für die Allgemeinheit daraus zu machen", meint Rudolf Conrad. Der VVC-Vorsitzende ist mit Ideengeber Bürgermeister Dieter Tischmeyer und Malermeister Joachim Lorenz, Inhaber einer Calbenser Werbefirma, über deren Gestaltung im Austausch.

Conrad zeigt einen Entwurf, auf dem die Stadtansicht "Klein Venedig" zusammen mit dem Stadtwappen und dem Calbenser Roland abgebildet ist. "Das wäre doch ein echter Hingucker", meint Conrad. Natürlich müsste zuvor Josef Aigner, Geschäftsführer der Saale Kraftwerk Calbe GmbH im bayrischen Traunreut, zustimmen. Bis zum gestrigen Redaktionsschluss hatte sich der Kraftwerkseigentümber nicht zum Vorschlag geäußert.

Public viewing mit Blick auf die Kraftwerksklappe?

Die Gestaltung der rund acht Meter hohen und 13 Meter breiten Fläche könnte nach Ansicht von Joachim Lorenz beispielsweise mit dem Aufbringen wasserfester Folien realisiert werden. "Zuvor müsste sich auf ein Motiv geeinigt werden", sagt der Calbenser, der bereits die großen Ortseingangsschilder von Calbe realisierte.

Zum Schluss bleibt immer die Frage nach den Kosten. "Ganz billig wird das nicht, würde das Areal aber weiter aufwerten", schätzt Lorenz ohne genaue Zahlen zu nennen. Eine große Chance der Finanzierung sieht er in einer konzertierten Aktion ähnlich wie bei der Neugestaltung des Schiffsanlegers. "Oder sollte die Klappe doch farblos bleiben und als Projektionsfläche für wechselnde Bilder oder Filme dienen?", überlegt Rudolf Conrad laut. Könnte es eine Leinwand für ein Public viewing für Fußballweltmeiserschaften geben?

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