SchmaZ-Reporterin Kathrin Kuczora von der Barbyer "Grundschule am Prinzeßchen" sorgte dafür, dass in der Klassenkasse ihrer 4b 100 Euro mehr rascheln. Die Zehnjährige hatte ihren Bruder Michael (22) interviewt, der, wie sie und ihr Vati, beim Technischen Hilfswerk (THW) ist.

Barby l Es passte, dass die Grundschüler am Donnerstag ihr Sportfest an einem Ort machten, der Bestandteil des Schulnamens ist: am "Prinzeßchen". Neben Crosslauf, Weitsprung oder Sprint fand zumindest die Disziplin Schlagballweitwurf im Schlosspark statt, dessen Zierde das Mauertürmchen ist. War schon beim Sport die Begeisterung groß, (wie sie nur bei Kindern im Grundschulalter sein kann) geriet die Siegerehrung zum Applaus-Festival. Sportlehrer Hilmar Klapötke bat die Erstplatzierten aufs Treppchen.

Völlig außer Konkurrenz stieg auch Kathrin Kuczora auf das Podest, was aber andere Gründe hatte. Volksstimme-Marketingchefin Sabine Weckwerth und Corinna Hinkel, Pressesprecherin des Strom- und Gasnetzbetreibers Avacon, gratulierten der Zehnjährigen zu ihrem SchmaZ-Artikel über das Technische Hilfswerk. "Kathrin hat dafür gesorgt, dass Eure Klassenkasse jetzt um 100 Euro reicher ist", sagte Corinna Hinkel, deren Unternehmen das Geld spendierte. Sabine Weckwerth freute sich über die steigende Resonanz der Schulen auf die Volksstimme-SchmaZ-Aktion, die vom Kultusministerium unterstützt wird: 2006 nahmen 15 Klassen daran teil, heute sind es 260.

Die zehnjährige Grundschülerin ist eines der jüngsten Mitglieder im THW-Ortsverband Calbe. Wie auch ihr Vater Thomas trägt Kathrins Bruder Michael die blaue Uniform. In ihrem Interview machte sie klar, was das THW eigentlich ist, das in den Hochwassertagen 2013 mit seinen großen blauen Fahrzeugen und riesigen Pumpen überall im Einsatz war.

Was sich so liest:

SchmaZ: Wofür stehen eigentlich die Buchstaben "THW"?

Antwort: "THW" ist die Abkürzung für "Technisches Hilfswerk". Das ist eine Hilfsorganisation, die im Katastrophenfall beziehungsweise bei schweren Notlagen im In- und Ausland zum Einsatz kommt, um den Betroffenen zu helfen.

Kathrin klärt auf, dass es das THW bundesweit in acht Landesverbänden gibt. Die ehrenamtlichen Helfer sind in 668 Ortsverbänden organisiert, wozu auch Calbe zählt. Diese Niederlassung wurde im November 1996 gegründet.

Interessant auch die Antwort, warum das Hilfswerk nach Calbe und nicht nach Schönebeck kam: Michael Kuczora: "Wie überall, sollten auch im damaligen Landkreis Schönebeck die Einrichtungen des Zivil- und Katastrophenschutzes möglichst gleichmäßig verteilt werden. In der damaligen Kreisstadt Schönebeck gab es mit dem Deutschen Roten Kreuz bereits eine wichtige Hilfsorganisation. Um eine Ballung von Organisationen des Katastrophenschutzes in einem Ort zu vermeiden, suchte man nach einem alternativen Standort für einen zu gründenden THW-Ortsverband. Die Wahl fiel dann schließlich auf Calbe (Saale)."

Erhellt werden von der Zehnjährigen natürlich auch die Aufgaben:

Die Rede ist von geländegängigen Fahrzeugen, speziellen Fachgruppen, die Verschüttete orten können oder sogenannten "Moon-Balloons", die große Einsatzstellen ausleuchten. "Wegen unserer Lage an den großen Flüssen Elbe und Saale hat der Ortsverband in Calbe eine sogenannte `Fachgruppe Wassergefahren`, die mit mehreren Booten auf dem Wasser operieren kann und somit im Einsatzfall Rettungs-, Bergungs- und Transportaufgaben übernimmt", zitiert Kathrin ihren großen Bruder.

Ihr Fazit: Auch Kinder und Jugendliche können beim THW mitmachen. Für sie gibt es die Jugendgruppen, in denen 10- bis 17-jährige als "Junghelfer" im THW aktiv sein können, auch im Ortsverband Calbe.