Schönebeck (fm) l Lang ist es her - aber nicht so lange, um die alten Schulzeiten nicht doch noch höchst lebendig werden zu lassen vor dem geistigen Auge. Am Freitag trafen sich ehemalige Schüler der Klasse 8b der Maxim-Gorki-Schule. Im Jahr 1957 gab es die Abschlusszeugnisse, danach ist der Klassenverband aufgelöst worden. Seither hat es einige Versuche auf ein Klassentreffen gegeben, aber erst jetzt klappte es voll umfänglich.

Das fröhliche und durchaus auch anrührende Miteinander begannen die Schüler von einst mit dem Niederlegen eines Blumengebindes am Grab ihres Klassenlehrers. Der hieß Werner Meinhard und kam in den Schilderungen seiner Schützlinge als Pauker sehr gut weg. "Einen besseren Lehrer hätten wir nicht bekommen können", betonte Klaus Thiel, der das Klassentreffen organisiert hatte. Und auch der damalige Klassenprimus Dietmar Bäcker unterstrich: "An ihn werden wir denken bis an unser Lebensende."

Was also hat den Lehrer so ausgezeichnet? Seine Art, mit den Schülern umzugehen, sein Humor, seine Geschichten, sein Verständnis für Streiche, hieß es. "Wir wussten, wenn wir etwas ausgefressen hatten, schon wenn er zum Klassenzimmer hereinkam, ob er sich wirklich geärgert hat oder nur entrüstet spielte", erzählte Dietmar Bäcker. Und er hatte auch noch eine Meinhard`sche Story parat: "Er ließ uns tagelang raten, was wohl in einem Koffer war, den man in Köthen gefunden hatte. Wir kamen natürlich nicht drauf. Endlich klärte er uns auf: `Die blutigen Knochen des Bären, den ich Euch hier aufgebunden habe`."