Sabine Kühne aus Pechau ist Siegerin des 157. Pömmelter Ringreitens. Es zählte insgesamt 34 Teilnehmer und begann am Freitag mit einem alten Brauch: dem "Jrünes holen.

Pömmelte l Weil man in unseren Breiten bequemerweise aus dem "G" ein "J" macht, dürfte dem hiesigen Leser klar sein, was gemeint ist. Am Vorabend des Festes zuckelten Jung und Alt mit dem Kremser in den Zackmünder Busch, wo gehackt und gesägt wurde, dass die Heide wackelte. "Wir schmücken Samstagmorgen den Ringreitgalgen damit", erklärte Werner Thiemann von der Ringreit-Interessengemeinschaft. Wobei die Tour mehr als nur ein praktischer Vorgang sei; sondern Ritual, mit Musik und mehr oder weniger geistigen Getränken auf der Rückfahrt. Der Kinder wegen.

Ältester Teilnehmer war mit 78 Jahren Paul Thomalla, der 1957 das 100. Pömmelter Ringreiten gewann. Schon als er "junger Bengel war", zuckelte man in den Busch, um "Jrünzeuch" zu hacken. Was dort Freitag geholt wurde, flocht man Sonnabendvormittag auf eine fünf Meter lange Leiter, die als Querriegel des Ringreitgalgens dient. So schön grün und üppig wie in Pömmelte ist er nirgendwo.

Eine weitere Besonderheit ist das Würstchenschnappen nach dem Wettkampf. Die Reiter müssen Bockwürste ohne Zuhilfenahme der Hände mit dem Mund abgreifen, die in einer Schüssel mit kaltem Wasser schwimmen. Je nach Geschick und Schlitzohrigkeit versuchen die "Schnapper" diese Prozedur trocken zu überstehen. Was immer in einer Wasserschlacht endet.

   

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