Sparen, sparen, sparen. So lautet weiterhin das Motto in Schönebeck. Der Schuldenberg der Stadt ist nämlich 6,11 Millionen Euro groß. Anders ausgedrückt: Die Pro-Kopf-Verschuldung beträgt 185 Euro. Deshalb müssen alle Schönebecker sparen.

Schönebeck l Große - finanzielle - Sprünge sind in Schönebeck weiterhin nicht möglich. Das zeigt eindeutig der Haushalt der Stadt, der in dieser Woche von den Fachausschüssen besprochen und am Montag, 30. Juni, vom Stadtrat beschlossen werden soll. "Die Schulden der Stadt per 1. Januar 2014 betrugen 6,11 Millionen Euro", heißt es in der entsprechenden Beschlussvorlage, die die Haushaltssatzung und den Haushaltsplan für das Jahr 2014 beinhaltet. Oder auf die 33026 Einwohner heruntergebrochen: Die Pro-Kopf-Verschuldung beträgt 185 Euro. Zum Vergleich: In Staßfurt betrug die Pro-Kopf-Verschuldung 2013 792 Euro.

Also muss gespart werden, und das werden die Schönebecker spüren. Dafür führen die Verwaltungsmitarbeiter das Konsolidierungskonzept von 2010 fort. Insgesamt werden 27 Einsparungen aufgezählt. Bereits erfolgt sind beispielsweise die Schließung der Sekundarschule Pablo Neruda, wodurch die Stadt jährlich 124700 Euro weniger ausgibt, und das Streichen des städtischen Nikolausfestes (jährliche Einsparung: 21500 Euro). Ebenfalls zu den Sparmaßnahmen zählen die Erhöhung der Gewerbesteuer (seit 2010 Mehreinnahmen von 710000 Euro pro Jahr) sowie die Schließung des Jugendclubs Elbenau (Einsparung: Euro 8200 Euro).

Das alles scheint noch nicht auszureichen. Denn dem fortgeschriebenen Hauhaltskonsolidierungskonzept nach wurden folgende Maßnahmen neu aufgenommen:

- Privatisierung Schiffsanleger (Einsparung von 7500 Euro)

- Einführung Nutzungsentgelte Bibliothek (Ansatz 2014: Mehreinnahmen von 12000 Euro)

- Erhöhung Eintrittsgelder Schwimmhalle und Freibad (Mehreinnahmen von 37400 Euro)

Dank der Konsolidierung soll 2014 eine Entlastung des städtischen Haushaltes in Höhe von rund 1,19 Millionen Euro erreicht werden. Dem gegenüber stehen die bereits genannten Schulden in Höhe von 6,11 Millionen Euro. Ist der Rotstift also ausreichend angesetzt worden? Nein. Das Konzept beinhaltet bereits Maßnahmen, die sich noch "in der Prüfung auf Umsetzbarkeit" befinden:

- Übergabe der Sekundarschulen an den Salzlandkreis

- Übergabe der Kindertagesstätten der Ortschaften an freie Träger

- Übergabe der Gemeindearbeiter der Ortschaften an den städtischen Bauhof

Des Weiteren führen die Stadt-Mitarbeiter Maßnahmen auf, in die die Stadt gern investieren würde, es sich aber nicht leisten kann (siehe Infokasten).