Frischen Wind bringt der neue Vorstand der Gartensparte "Gartenidyll" in Felgeleben mit. Vereinschef Andreas Dölle will das Miteinander stärken. Entstehen soll zum Beispiel ein Vereinsheim für gemeinsame Feiern.

Schönebeck l Ein frischer Wind ist in die Kleingartensparte "Gartenidyll" in Felgeleben eingezogen. Seit Mitte März gibt es hier einen neuen Vorstand und der bringt sich seither mit neuen Ideen ein. Zum Vereinschef haben die Gartenfreunde Andreas Dölle gewählt. Der 42-Jährige hat ein großes Ziel: "Die Gemeinschaft, die wir hier sind, stärken. Es wäre schön, wenn nicht jeder für sich vor sich hin wurschtelt. Schließlich sind wir als Gemeinschaft auch für die gesamte Anlage verantwortlich."

Schöne Worte, denen jetzt auch Taten gefolgt sind. Am vergangenen Wochenende legten Dölle und weitere Gartenfreunde kräftig Hand an bei der Beräumung von zwei verwaisten Gartengrundstücken. Hier soll ein Vereinsheim entstehen, das von allen genutzt werden kann. Andreas Dölle möchte hier nicht nur jeden zweiten Sonntag Sprechzeiten anbieten, sondern auch zu allgemeinen Treffen wie etwa Grillabenden und Kaffeenachmittagen einladen, um das Miteinander zu festigen. Zu diesen Treffen möchte der gelernte Zerspanungsmechaniker gerne auch ausgeschiedene Gartenfreunde einladen, weil er weiß, wie eng die Bindung an die eigene Scholle ist und oft auch bleibt. Ein weiteres Vorhaben ist es, einen leerstehenden Garten in einen Kunstgarten zu verwandeln, als Hingucker für die eigenen Leute und für Gäste. Und möglicherweise können hier auch einmal Ausstellungen stattfinden.

Die Kleingartenalnage Gartenidyll am Wiener Platz verfügt über insgesamt 80 Parzellen, 16 von ihnen sind derzeit nicht vergeben. In der Regel werden Gärten deshalb nicht mehr bewirtschaftet, weil sich die Pächter aus Alters- oder Krankheitsgründen nicht mehr für diese körperliche Arbeit in der Lage fühlen. Dölle ist sich bewusst darüber, dass dann so schnell wie möglich neue Pächter gefunden werden müssen. Sind die Grundstücke gepflegt, sind neue Nutzer prinzipiell schnell gefunden, sofern ein Garten aber auch nur ein Jahr lang nicht bestellt wird, springt die Natur als Gestalterin recht wild ein. Dann ist die Mühe um so größer, die gärtnerische Ordnung wieder herzustellen.

Die Pächter in Felgeleben kommen zumeist aus Schönebeck, aber sogar aus Hildesheim und aus Bayern. "Das sind ehemalige Schönebecker, die ihren Garten nicht aufgeben wollen", erläutert Dölle. Im sozialen Netzwerk Facebook hat er im Internet eine Gruppe Felgeleber Kleingärtner ins Leben gerufen. Über diese Schiene kamen bereits fünf Neuzugänge an den Wiener Platz, übrigens junge Familien, was Dölle freut. Aber lassen sich junge Menschen denn überhaupt noch für so eine Freizeitbeschäftigung gewinnen? Schließlich bedeutet ein Kleingarten viel Arbeit. "Ja, sicher", wägt der Vereinschef ab, "aber wenn man einmal durch ist, dann gehts doch. Und das Schöne ist, es drängelt ja keiner." Er fügt hinzu: "Es tut einfach gut, draußen zu sein."

Angetan von den Initiativen des neuen Vorstands ist Gartenfreund Lothar Heidrich. Er sagte sofort zu, beim Aufbau des neuen Vereinsheimes mitzuwirken, schließlich mache das Kleingärtnern um so mehr Spaß, je besser sich die Pächter kennenlernen, ist er überzeugt. Heidrich resümiert: "Das vergangene Jahr war ein schlechtes Gartenjahr. Frost bis April, dann undendlich viel Regen und schließlich Sandsäcke schippen. Dieses Jahr ist hingegen optimal. Und wenn man als Kleingärtner im Frühling mal ein Wochenende durchzieht, ist man hinterher zwar schlagfertig, aber hat das Wesentlich geschafft."

Die Anlage "Gartenidyll" besteht seit 91 Jahren. Zu DDR-Zeiten musste zwei und mehr Jahre gewartet werden, bis ein Garten zugewiesen wurde. Das geht heute deutlich schneller.

 

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