Es war keine leichte Geburt, aber am Ende wurde alles gut: Auf dem Hof der Barbyer Grundschule "Am Prinzeßchen" lädt ein attraktiver Spielplatz zum Klettern, Hangeln, Balancieren oder gar zu akrobatischen Turnübungen in den Pausen ein.

Barby l "Dem Ding sieht man den Preis auf den ersten Blick gar nicht an", klopft Peter Netzeband etwas gedankenversunken an das Holz der "Affenwald-Kombination". Sie kostete über 7000 Euro und lädt seit wenigen Tagen Grundschüler und Hortkinder zu unüblichen Bewegungen ein. Doch "Netze" relativiert anerkennend: "Naja, wenn man bedenkt, dass auf das Holz 30 Jahre Garantie gegeben wird ..."

Denn wer billig kauft, kauft zweimal.

Die "Affenwald-Kombination" ist ein naturnaher Kletterparcours, wie es ihn in Barby bisher nicht gab. Alle Holzteile wurden in entsplinteter Robinie gefertigt. Das Ensemble besteht aus Seilen in Spinnennetzform, an einer Holzwand laden dutzende Klettergriffe zum virtuosen Erklimmen ein, an unterschiedlich hohen Reckstangen darf gebaumelt werden.

"Ganz nebenbei, während des Spielens in den Pausen, machen unsere Schüler wichtige körperliche Selbsterfahrungen", sagt ein Pädagoge. Richtige Selbsteinschätzung und körperliche Sicherheit entstünden nicht nur im organisierten Sportunterricht, sondern vor allem auch im freien Spiel.

Zur Vorgeschichte des Affenwaldes: Christine Dames - die Mutti einer Schülerin - hatte vor Monaten die Initiative ergriffen. Der klammen Kassen des Schulträgers Stadt wegen, wandte sie sich hilfesuchend an die Axel-Springer-Stiftung. Ihr Konzept, beziehungsweise die Begründung in dem "Bittbrief", war überzeugend. Die Stiftung signalisierte rund 7200 Euro zu spenden. Und hielt Wort. "Wir haben Spielgeräte ausgesucht, die im Sommer aufgebaut werden sollen", freute sich Dames im Juni 2013.

Doch dann kamen das Hochwasser und bauliche Probleme, so dass der Spielgeräteaufbau verschoben werden musste. Auch eine kleine Schläfrigkeit der Stadt beim Abrufen des Geldes verzögerte das Aufstellen (die Volksstimme berichtete).

Doch das ist Schnee von gestern.

Zur Einweihung sind nicht nur die Grundschüler, sondern auch Sponsoren und der Bürgermeister angetreten. Der verkündet stolz, dass es dank eines neuen Landesförderprogramms weiter gehen kann, mit der Schulsanierung. Jens Strube spricht von Lärmschutz und Schulhofgestaltung. Fördermittel würde es nur für solche Bildungsstätten geben, die den "Demografiecheck" bestehen. Und da sei die Grundschule "Am Prinzeßchen" auf der sicheren Seite. Soll heißen: Auch in 20 Jahren würde sie Bestand haben.

Peter Netzeband verrät, dass im neuen Spielplatz am Affenwald 20 Kubikmeter Sand eingebaut wurden, was einer durchschnittlichen Mächtigkeit von 40 Zentimetern entspreche. Und er hat noch ein Detail parat: Beim Aufbau der Geräte musste der so genannte Fallbereich berücksichtigt werden. Ab der Außenkante eines Kletterobjektes sind in dessen Umfeld mindestens 2,50 Meter Sand vorgeschrieben.

Es gäbe eine europäische Spielplatzgerätenorm, bei der Abstandsmaße, Schrauben und sogar der Untergrund geprüft werden müsse.

Zum Abschluss räumte Bürgermeister Strube ein, dass der Aufbau des Spielplatzes "ein schwieriger Akt" gewesen sei. Durch die Initiative von Christine Dames und weiterer Sponsoren sei ein Wert von 20000 Euro geschaffen worden.

Dafür sei er dankbar.

Und die Kinder erstmal ...

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