Calbe/Schwarz l Optimisten wollten glauben, dass es sich am Montagnachmittag bei den Flächenbränden im Pappelwald der Grünen Lunge und am Radweg zwischen Brotsack und Calbe-Ost nicht um das neueste Werk des lange gesuchten Feuerteufels handeln möge. Sie sollten eines besseren belehrt werden, denn schon wenige Stunden später folgte eine Serie von Bränden. Ob sie in einem Zusammenhang stehen, muss ermittelt werden.

Noch am Montagabend wurde der Bereitschaftsdienst der Feuerwehr zu einem Garagenkomplex hinter die ehemalige Diesterwegschule gerufen. Gegen 22.45 Uhr brannte dort Unrat vor einer Garage. Um 4.27 Uhr schrillten die Pieper der Schwarzer Kameraden. Sie wurden zu einem brennenden Transporter auf einem Feldweg in Richtung Gerbitz gerufen.

Wenige Minuten später wurden wieder die Calbenser alarmiert und mussten erneut in die Grüne Lunge, um einen Grasnarbenbrand zu löschen, zu dem die Schwarzer Blauröcke als Verstärkung hinzugerufen wurden. Noch waren die Rauchschwaden nicht ganz verzogen, folgte schon gegen 5 Uhr eine weitere Meldung: Brand am Bahnhof Calbe (Ost). Unterhalb der Fußgängerüberführung ging ein ehemaliges Bahnwärterhäuschen zwischen zwei Bahngleisen lichterloh und mit starker Rauchentwicklung in Flammen auf. Zudem zündelten der oder die Unbekannten sowohl am leerstehenden Hauptgebäude als auch an einem Nebengebäude sowie einer verwaisten Villa in unmittelbarer Nachbarschaft. 35 Kameraden aus Calbe, Schwarz und Barby löschten. Der Zugverkehr war zwischen Köthen und Magdeburg in beiden Richtungen rund drei Stunden lahmgelegt.

An eine zufällige Abfolge dieser Brände kann Uwe Wirth nicht glauben. Calbes Ortswehrleiter vermutet dahinter gezielt gelegte Brände im Vorfeld um Einsatzkräfte an Einsatzstellen zu binden, um einen finalen großen Brandanschlag auszuführen.

Die Bundespolizei hat zusammen mit der Landespolizei im Fall der Bahnhofsbrände die Ermittlungen aufgenommen. Seit November vergangenen Jahres gehen mehr als 50 gelegte Brände im Stadtgebiet auf das Konto des gesuchten Feuerteufels. Eine vierköpfige Sonderkommission ermittelt, bislang ohne Ergebnis. Im sozialen Netzwerk facebook wird unterdessen die Anerkennung für die Leistung der Feuerwehr immer größer.

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