Endlich ist es vollbracht: Zwei neue Hochleistungspumpen mit je 30 Kilowatt Leistung sind im Trabitzer Schöpfwerk installiert worden. Der Unterhaltungsverband musste dafür die Freileitung durch ein Erdkabel ersetzen.

Trabitz l Am Schöpfwerk am Steiner Damm wird das Wasser, das die Gräben im Hinterland sammeln, in die Saale abgeleitet. Bei Niedrigwasser passiert das durch das natürliche Gefälle. Sobald sich allerdings Hochwasser abzeichnet, wird das Siel geschlossen und die Arbeit der Pumpen beginnt. "Bislang verrichteten vier kleine Pumpen im Schöpfwerk ihre Arbeit", erklärt Olaf Kölzsch, Ingenieur beim zuständigen Unterhaltungsverband Taube-Landgraben.

Eine Pumpe bewältigt knapp 900 Kubikmeter

Doch wenn es zu extremen Wasserständen wie beim Jahrhundert-Hochwasser vor einem Jahr sowie 2011 und 2003 kommt, gerät das Trabitzer Schöpfwerk schnell an seine Grenzen.

Das hat nun ein Ende. Am Dienstag haben Mitarbeiter einer Calbenser Firma zwei neue Tauchpumpen anstelle zwei kleinerer Pumpen installiert. "Sie sind jetzt betriebsbereit", erklärt Olaf Kölzsch. Jeder einzelne Grauguss-Koloss aus einer Oscherslebener Pumpen- und Motorenfabrik bringt mehrere Zentner auf die Waage. Jede Pumpe kann maximal knapp 900 Kubikmeter Wasser in der Stunde bewältigen, die Leistung des Schöpfwerkes erhöht sich damit um rund zwei Drittel. "Das ist bei zukünftigen Hochwassern eine beruhigende Situation", meint Christian Jung, Flussbereichsleiter beim Landesamt für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) gegenüber der Volksstimme.

Jede Pumpe hat eine Nennleistung von 30 Kilowatt", erklärt Kölzsch. Mehr Leistung bedeutet auch mehr Strombedarf. Im Vergleich: Zuvor hingen vier Pumpen mit zusammen 28 Kilowatt am Netz. "Daher wurde die Freileitung zurückgebaut und durch ein Erdkabel zwischen Stromverteiler und Schöpfwerksgebäude ersetzt", sagt Kölzsch. Zusätzlich werde ein sogenannter Sanftanlauf installiert, durch den die Pumpen bei einem bestimmten Wasserstand automatisch langsam hochgefahren werden. Damit werde ein Zusammenbruch des Stromnetzes verhindert.

Durch die Erweiterung muss bei künftigen Hochwassern wohl auch der Einsatz des Technischen Hilfswerk (THW) nicht mehr in Anspruch genommen werden. Die Helfer rückten bei vergangenen Hochwassern mit mobilen Hochleistungspumpen an - alles andere als ein wünschenswerter Dauerzustand. Schon lange schlugen Verantwortliche Alarm. Die Sorgen, vor allem wegen der Finanzierung, wurden bei mehreren Vor-Ort-Terminen Landesumweltminister Hermann Onko Aeikens (CDU) mitgeteilt. In diesem Jahr sicherte der Minister bei seinem Besuch Mitte April in der Saalestadt zu, dass die Kosten von insgesamt rund 75 000 Euro über die Hochwasserschutzmaßnahmen vom Land getragen werden. Bislang ist der Unterhaltungsverband in Vorleistung gegangen.

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