Der 18. Schönebecker Operettensommer (SOS) steht in den Startlöchern. Am Sonnabend ist Premiere für "Maske in Blau".

Schönebeck l Bühne und Kostüme sind fertig, die Stimmen sitzen, die Mitglieder der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie haben Fred Raymonds Musik in sich aufgesogen. Am Sonnabend hebt sich zum ersten Mal der Vorhang für "Maske in Blau" und damit für die 18. Auflage des Schönebecker Operettensommers.

"Noch schauen die Damen ganz traurig", sagt Musikdirektor und Orchesterchef Gerard Oskamp auf das Bühnenbild deutend. "Doch am Ende werden alle lächeln." Ein Versprechen, in dessen Einlösung alle Künstler und Beteiligten des SOS viel Engagement und Herzblut stecken. Eine neue Qualität soll es auf dem Bierer Berg 2014 geben. Im Ensemble wirken noch mehr Professionelle mit. Damit werden besonders Ensemble- und Tanzszenen aufgewertet. Das Stück ist schnell, witzig und bunt inszeniert. "Das ganze wird eine richtig gute Show", sagt Gerard Oskamp und freut sich, ein Team musikalisch leiten zu können, das "in alle Richtungen funktioniert".

Seit Ende Mai proben die Akteure, auch im Freien. Dem waren Vorsingen für die Rollen vorausgegangen, dazu Klavierproben. Die Sänger müssen vorbereitet kommen.

Jetzt bekommt alles den Feinschliff, Premierenfieber breitet sich auf dem Bierer Berg aus. Mit Fred Raymonds "Maske in Blau" haben sich die Macher ein Stück ausgesucht, das alle Bereiche des Musiktheaters abdecken kann. "Das Spektrum ist sehr groß", sagt Gerard Oskamp. "Es gibt viel Raum für Humor und Witz. Aber auch die großen, innigen Momente, also den Schmelz!" Dass ausgerechnet die "Maske" gespielt wird, geht auf eine Publikumsbefragung im vergangenen Jahr zurück. Das bei einem Operettenpublikum zu erwartende, recht eindeutige Ergebnis: Die Zuschauer wünschen sich nicht zuerst Oper unter freiem Himmel. Mozarts "Zauberflöte" als Vorschlag landete hinter "Land des Lächelns", als klassisches Operettenstück oder "Maske in Blau" als eine Art bunte Revue. Die SOS-Leute sehen in diesem Ergebnis auch eine Bestätigung für ihre bisherige Arbeit. Regisseur Thomas Enzinger bringt das pointiert auf den Punkt: "Das ist eine Großveranstaltung. So viel Operette macht niemand weit und breit." Mit diesem musikalischen Pfund als echtes Alleinstellungsmerkmal müsse Schönebeck noch viel mehr wuchern. Der Regisseur umschifft das Wort "Stolz" - aber er findet eine passende Beschreibung. "In der Stadt gibt es ein Juwel, das angenommen wird, auch von anderen. Das hat auch mit einem Lebensgefühl zu tun und muss sich unbedingt darauf übertragen."