Vor einem Jahr hatte Familie Brink aus der Großen Fischerei die schlimmsten Tage bereits hinter sich. Die Saale hatte sich nach Tagen aus Haus und Hof zurückgezogen. Was bis heute bleibt, ist jede Menge Arbeit, die Erinnerungen an eine nervenaufreibende Zeit und an unglaubliche Hilfe.

Calbe l Den Juni 2013 wird Familie Brink wohl nie wieder vergessen. "Seit Tagen stieg das Wasser der Saale unaufhörlich in unserem Keller", erinnert sich Birgit Brink an die furchtbare Lage zurück. Ihr Haus in der Großen Fischerei, sonst nur wenige Meter von der Saale entfernt, war plötzlich nur über einen Steg zu erreichen. Die Große Fischerei war voll gesperrt, nur Anwohner konnten sie passieren. Die Bilder von 2003, als das Wasser ähnlich hoch stand, kamen wieder auf.

"Wir freuen uns, wenn wir den Chor aus Norddeutschland bei uns begrüßen können."

Tochter Alexa konnte vom Steg mit einem Kescher die Gegenstände aus dem Wasser fischen, die durch das Kellerfenster nach draußen geschwemmt wurden. Das Wasser stoppte kurz vor den Räumen im Erdgeschoss. Pumpen des Technischen Hilfswerkes (THW) konnten nur minimal den Wasserspiegel senken.

"Die Saale stand einen halben Meter in unserem Hof", sagt Ehemann Heino. "Richtig schlimm wurde es aber erst, als das Wasser wieder ging", erinnert sich der 41-Jährige.

Zu diesem Zeitpunkt blieb ihm lediglich, eine erste Schadensbilanz zu ziehen. Die Bodenplatte des Hauses sackte ab, gefährdete dessen Statik. Risse zogen sich an den Wänden entlang. Erst im vergangenen Herbst konnten die Brinks wieder ihre Heizung aufdrehen.

Das Hochwasser hat an den Nerven der Familie genagt. "Das war schon eine enorme Belastung für jeden von uns", sagt Heino Brink. Auch die Nachbarn der Familie waren vom Juni-Hochwasser betroffen. Gegenseitig wurde angepackt, sich geholfen. "Heute ist unser Haus zu 80 Prozent wieder hergestellt, den Rest schaffen wir auch noch", ist Heino Brink optimistisch.

Heute ist für ihn und seine Familie ein besonderer Tag. Heute empfangen die Brinks rund 40 Chormitglieder aus dem norddeutschen Tarmstedt. Der Singekreis hatte sich in seiner Heimat mit einer Benefizaktion ins Zeug gelegt und kurzerhand Geld gesammelt für eine hochwassergeschädigte Familie (Volksstimme berichtete). Neben den 800 Euro ist es vor allem die Geste der Hilfsbereitschaft von Fremden, die Familie Brink so sehr beeindruckt und berührt hat. "Dass jemand Derartiges für uns auf die Beine stellt, ist einfach unglaublich", sagt Heino Brink. "Daher freuen wir uns, wenn wir den Chor aus Norddeutschland bei uns begrüßen können." Für die Brinks eine Herzensangelegenheit.

 

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