14 Projekte zum Hochwasserschutz in Schönebeck werden durch das Land gefördert. Ob und wann ein Siel in Frohse gebaut wird, ist noch immer ungeklärt. Ebenfalls eher vage sind die Haushaltsüberlegungen zur Freizeit GmbH und der Volksschwimmhalle.

Schönebeck l Bekommt Frohse ein Siel? Endgültig geklärt ist diese Frage noch immer nicht. Im städtischen Haushalt ist die Investition von rund 160000 Euro jedenfalls auf 2017 verschoben. Für die Frohser ist das keine gute Nachricht. Doch verloren ist die Idee damit nicht.

"Unserer Meinung nach gehört der Bau des Siels in die Zuständigkeit des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft", sagt Oberbürgermeister Bert Knoblauch im Volksstimme-Gespräch. Ob das der LHW genauso sieht, das weiß Knoblauch derzeit nicht. Jedoch habe er bei den zuständigen Mitarbeitern im LHW und im Land darum gebeten, "dass wir als Stadt bei der Planung miteinbezogen werden und nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden", sagt er. Also heißt das für die Stadt und vor allem die Frohser: Abwarten.

Mehr Bewegung ist hingegen bei anderen Hochwassermaßnahmen in Schönebeck zu registrieren. Wie der Oberbürgermeister im Stadtrat informierte, hat die Elbestadt 43 Projekte beim Land für Fördermittel beantragt. 14 Hochwasserschutzmaßnahmen sind bisher bewilligt worden:

- Haus der Vereine Frohse, Heizungsanlage: 15000 Euro

- Freiwillige Feuerwehr Frohse, Keller und Heizungsanlage: 70000 Euro

- Elbepark, Wiederaufbau: 64381 Euro

- Wilhelm-Hellge-Park, Wiederaufbau: 85000 Euro

- Müllerstraße, Reparatur Geh- und Radweg: 18000 Euro (am 27. Mai bereits fertiggestellt)

- Magdeburger Straße in Plötzky, Gehweg: 6354 Euro

- "Am Park" in Pretzien, Gehweg: 7082 Euro

- Worth in Plötzky: 43000 Euro

- Weg an der ehemaligen Kiesgrube Barbyer Straße: 37756 Euro

- Ländlicher Wegebau (fünf Projekte): 970240 Euro

Als Realisierungszeit für fast alle Maßnahmen ist das aktuelle Jahr vorgesehen.

Freizeit GmbH?

Um Geld einzusparen und damit den rund sechs Millionen Euro großen Schuldenberg der Stadt zu verkleinern, muss die Stadt noch bis 2018 ihr Konsolidierungsprogramm durchziehen. Eine neue Idee, um zusätzliche Einsparungen zu erzielen, ist die Gründung einer Freizeit GmbH (Volksstimme berichtete). Das Vorhaben, freiwillige Aufgaben wie Schwimmhalle, Heimattiergarten und Solepark in einer GmbH zu vereinen, hat den Mitarbeitern Sorgenfalten bereitet. Dieses Vorhaben müsse noch genauestens auf seine Wirtschaftlichtkeit geprüft werden. Erhofft werden sich mittel- und langfristig Einsparungen in der Verwaltung - durch steuerliche Vorteile und den Übergang der Mitarbeiter in die GmbH. "Noch ist aber nichts spruchreif", sagt Knoblauch, dass die Prüfung bevorsteht.

Volksschwimmhalle

Die Schönebecker Volksschwimmhalle kann nur noch bis 2021 genutzt werden. Das besagt ein Gutachten (die Volksstimme berichtete bereits Ende 2011). Die Stadt will sich nun um einen Neubau bemühen. Dabei rechnet sie mit 6,5 Millionen Euro. Jedoch ist dafür noch keine Rücklagenbildung im aktuell beschlossenen Haushalt zu erkennen. "Wir müssten allgemein mehr Rücklagen bilden, wir sind aber nicht dazu in der Lage", sagt bert Knoblauch. Der Sparzwang sei zu groß, so der Oberbürgermeister. Dank der Sanierung in den vergangenen Jahren seien weitere Bauarbeiten in naher Zukunft nicht nötig, sagt er weiter. Nichtsdestotrotz machen sich die Verantwortlichen in der Verwaltung schon längst Gedanken zur Realisierung eines Neubaus - auch hinsichtlich möglicher Synergieeffekte, deutet Knoblauch an. "Diese Gedanken sind aber noch nicht spruchreif", erklärt er.