Die Lange Reihe im Bahnhofsviertel von Barby wurde in den vergangenen Monaten saniert. Aufgewertet werden die Wohnungen durch den Anbau von Balkonen. Das ungewöhnlich lange Reihenhaus aus dem Jahre 1929/30 gehört zum Bestand der Wohnungsbaugesellschaft Barby.

Barby l Nach einjähriger Bauzeit ist nun endlich - mit leichter Verzögerung - die Sanierung der Langen Reihe so gut wie abgeschlossen. Die Häuser in der Nähe des Barbyer Bahnhofs, die ihrem Namen Ehre machen, sind Bestandsobjekte der Wohnungsbaugesellschaft Barby.

Zuschnitte zum Teil altersgerecht gestaltet

Es wurden energetische Maßnahmen zur nachhaltigen Verbesserung der Wohnqualität durchgeführt. Dazu gehören die komplette Wärmedämmung der Fassade, der Anbau von Balkonen sowie die altersgerechte (teilweise mit bodengleicher Dusche) Neugestaltung der Bäder.

Die Zuschnitte der Wohnungen wurden optimiert, sowie Heizungs-, Sanitär- und Elektroinstallationen komplett erneuert.

Die letzten Wohnungen werden nun in diesen Tagen fertiggestellt, so dass sie vermietet werden können. Es handelt sich hierbei im gesamten Wohnblock um Zweiraumwohnungen.

Über die Sanierung freut sich auch Hilde Rummel, die mit 84 Jahren die älteste Mieterin ist. Und nicht nur diesen Superlativ erfüllt die rüstige Seniorin: Sie wohnt seit 1938 in der Langen Reihe, die zu DDR-Zeiten Karl-Marx-Straße hieß. Ihre Eltern bezogen damals den Hauseingang Nr. 2, heute wohnt Hilde Rummel in "der 6".

Vor Jahrzehnten war noch viel Bewegung auf den gegenüberliegenden Gleisen des Barbyer Bahnhofes. Hier rollten die Personen- und Güterzüge der Strecke Belzig-Güsten, später kam eine Verbindung nach Schönebeck-Magdeburg hinzu, die beim Seehof als "Verbindungskurve" in die Geschichte einging.

Hilde Rummel beobachtete aus dem Kühenfenster auch Militärtransporte: Erst waren es deutsche, dann die der Besatzer. Als die Amerikaner Anfang April 1945 zur hart verteidigten Elblinie vorrückten, hatten die Leute des Bahnhofsviertels als erste "Feindberührung".

Kellertreppe aus der "Gründerzeit" zu steil

Ähnlich "standorttreu" ist auch Hilde Rummels Bruder Karl (68), der ebenfalls in der Langen Reihe wohnt.

Zu den treuen Mietern zählt ebenfalls Willi Moosdorf. Der 78-Jährige ist zwar mit den abgeschlossenen Sanierungen in der Wohnung zufrieden, macht aber auf einen Mangel aufmerksam, der seit Anbeginn besteht: Die hintere Kellertreppe, die nach außen führt, ist alles andere als altengerecht. Sie ist zu steil, das Abstandsmaß der Treppenstufen beträgt 26 Zentimeter. 18 Zentimeter müssten es in solchem Fall sein. Auch die Kellerräume sind noch nicht nutzbar, weil vor einem Jahr das Drängewasser darin stand.

Das kommunale Unternehmen Wohnungsbaugesellschaft Barby bietet in der Elbestadt an verschiedenen Orten freien Wohnraum an.

Interessenten können sich dienstags von 9 bis 18 Uhr und freitags von 9 bis 12 Uhr in der Schulzenstraße 98 informieren.

Telefon: (039298) 3491

www.wobau-barby.de

 

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