Kurz nach Installation zwei neuer Pumpen ist das Trabitzer Schöpfwerk von Unbekannten beschädigt worden. Für Verbandsingenieur Olaf Kölzsch ist das alles andere als ein Kavaliersdelikt, schließlich muss beim nächsten Hochwasser an dieser Stelle alles tadellos funktionieren.

Trabitz l Freude herrschte sowohl bei Olaf Kölzsch vom Unterhaltungsverband "Taube-Landgraben" als auch beim Flussbereichsleiter des Landesamtes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) Christian Jung über den lang ersehnten Einbau der neuen Pumpen mit höherer Leistung (Volksstimme berichtete). Doch diese Freude haben nun Unbekannte getrübt. "Wir mussten vor Ort feststellen, dass die Metallgitter vor den Ansaugrohren kräftig verbeult und beschädigt wurden", sagt Olaf Kölzsch.

Auf den ersten Blick ist das kein großer Schaden, doch der Ingenieur sieht darin alles andere als einen harmlosen Lausbubenstreich. "Die Gitter vor den Einlassrohren sind sehr wichtig", unterstreicht Kölzsch deren Bedeutung. Sie verhindern, dass zu große Störkörper wie beispielsweise Holzteile mit angesaugt und zu den Pumpen geleitet werden. "Wenn das passiert, können unter Umständen alle Pumpen stark beschädigt oder gar zerstört werden", ist Kölzsch verärgert und verweist auf die rund 60 000 Euro, die allein die beiden neuen Pumpen gekostet haben.

Auch im Calbenser Rathaus II schüttelt der zuständige Mitarbeiter Edwin Matzke von der Bauverwaltung den Kopf. Sollen die Angst und Sorge während des verheerenden Hochwassers im vergangenen Jahr schon vergessen sein? "Dieser Vandalismus ist kein Kavaliersdelikt, schließlich betrifft es im Ernstfall viele Menschen", meint Matzke. Der Gottesgnadener weiß nur zu gut, welche wichtige Rolle die Schöpfwerke auf der Saaleinsel und in Trabitz für die Region spielen. Sie leiten das Wasser, das die Gräben im Hinterland sammeln, in die Saale ab. Im Hochwasserfall sind sie die Anlagen, die hunderprozentig funktionieren müssten.

Jeder Bürger trage daher Verantwortung, wenn er Vandalismus an den Hochwassereinrichtungen bemerkt, meint Olaf Kölzsch. Die Anlagen zum Schutz vor Zerstörung einzuzäunen, hält der Verbandsingenieur dagegen für keine gute Idee. "Ich kenne Fälle, da waren Tor und Zaun über Nacht komplett abgebaut."

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