Zu einem Übungsvormittag rückten am Sonnabend die Kameraden der Wasserwehr Schönebeck aus. Dabei wurde die mobile Schutzwand aufgebaut und gereinigt.

Schönebeck l Wie eingespielt die Kameraden der Wasserwehr Schönebeck inzwischen sind, wurde am Sonnabendvormittag deutlich. Am Elbtor wurde wiederholt die mobile Schutzwand aufgestellt. Wofür in der Regel gut 120 Minuten benötigt werden, dafür brauchten die Frauen und Männer vorgestern nur 90 Minuten. "Das ist eine Zeit und eine Leistung, die wohl nicht mehr zu toppen ist", freute sich Wasserwehrleiter Dirk Lindner.

Hinzu kam, dass zahlreiche neue Kameraden erstmals beim Transport, beim Aufbau und bei der Reinigung der Schutzwand dabei waren. "So schlimm die Hochwasserkatastrophe vor einem Jahr für alle war: Wir als Wasserwehr sind seitdem innerhalb der Hilfsmannschaften noch mehr akzeptiert. Außerdem konnten wir eine Reihe von Neumitgliedern werben", berichtet der Wasserwehrleiter. Derzeit zählt die Gruppe mit den Kräften aus Pretzien und Ranies 39 Kameraden.

Sie gehören zwar personell zur Schönebecker Wasserwehr, bleiben aber im Ernstfall im ostelbischen Bereich stationiert. Der Grund: Wenn das Wehr gezogen ist, sind die drei Dörfer auf der anderen Elbseite nach wie vor von der "Mutterstadt" abgeschnitten.

Einmal im Jahr wird die mobile Schutzwand des Elbtores aufgebaut. Das hat nicht nur den Vorteil, dass die Kameraden üben können, sondern es wird zudem auf Verschleiß und Beschädigungen geachtet. Außerdem wird die Schutzwand vor den Abbau gereinigt. Auch das System der Lagerung musste den neuen Kameraden am Sonnabend gezeigt werden. Dinge, die zum Schluss beim Aufbau im Ernstfall benötigt werden, kommen zuerst in die Halle, Wichtiges nach vorn. "Das garantiert einen schnellen Abtransport und Aufbau", gibt Dirk Lindner zu beden-ken.

Aufmerksame Zuschauer waren am Sonnabend Schönebecks Oberbürgermeister Bert Knoblauch (CDU) und Dezernent Joachim Schulke. Wenngleich Knoblauch selbst Mitglied der Wasserwehr ist, war er zur Übung vorgestern zum Zuschauen verdonnert. Der Grund: Er hatte nicht das richtige Schuhwerk am Bein und wurde von Wehrleiter Lindner aussortiert - ohne Ansehen der Person.

So hatte der Oberbürgermeister dann aber genügend Zeit, die Volksstimme über die geplanten Schutzmaßnahmen in einem Gespräch zu informieren. "Nach dem Hochwasser 2013 haben wir die Unterlagen nochmals überarbeitet", so Knoblauch. Primär muss die Stadt Schönebeck entlang der Linie beginnend vom Deich Barbyer Straße über den Cokturhof, Weltrad, Salinehäuser, Salzblumenplatz, Müllerstraße, Wächterhäuser, Streckenweg bis einschließlich Frohse geschützt werden. "Dafür wird es eine Mischung aus mobilen und festen Schutzwänden geben", so der Oberbürgermeister.

Die Planungen dafür sind lange abgeschlossen. Die Finanzierung dieser Maßnahme übernimmt das Land mit dem Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft zu 100 Prozent.

Unklar ist derzeit noch, wie der Solgraben gesichert werden kann: Siel oder Spundwände und Verwallung?