Mit einem bunten Familienfest nahmen am Sonnabend die Kinder und Erwachsenen von Großmühlingen den neuen Spielplatz in Besitz. Die Initiative ging von den Landfrauen aus.

Großmühlingen l Bürgermeister Bernd Nimmich (SPD) war gern "Opfer". Als Alleskönner und Hobbyunterhalter Werner Schwenk als Tischzauberer unterwegs war und Centstücke in Gläser verschwinden ließ oder auch nicht, kam der Bürgermeister nicht hinter den kleinen Trick. Einen Gemeindehaushalt aufzustellen, der dann auch noch ausgeglichen ist und von der Kommunalaufsicht durchgewinkt wird, schien einfacher zu sein.

Doch nicht nur Bernd Nimmich verblüffte Werner Schwenk mit dieser Illusion, sondern auch die vielen Kinder. Sie standen am vergangenen Sonnabend im Mittelpunkt eines Festes. "Es sollte eigentlich erst ein Kinderfest werden, doch dann holten wir noch die Volkssolidarität mit ins Boot und machen nun ein Familienfest", berichtet Anett Hoffmann von den Landfrauen Großmühlingen.

Anlass war die Fertigstellung des Spielplatzes im Dorf, der auf die Initiative der Landfrauen zurückgeht. Sie sprachen mit Ortsbürgermeisterin Ute Möbius und Bürgermeister Bernd Nimmich. Am Ende gelang das ehrgeizige Projekt vor allem durch die Unterstützung vieler Sponsoren. "Es stand die Frage: Sanierung des alten Spielplatzes oder Neubau. Aber der Preis wäre am Ende etwa ähnlich gewesen", so Bernd Nimmich zur Volksstimme.

Einen großen Beitrag zur Neuanschaffung der Spielgeräte leisteten die Landfrauen selbst, die Erlöse aus ihrer jeweils im Frühling und Herbst stattfindenden Kinderartikelbörse wieder weitergaben. Auch die Gemeinde war mit einer größeren Summe dabei. Daneben gaben zudem die Jagdgenossenschaft Großmühlingen sowie die Landboden GmbH einen Teil dazu, Unterstützung kam auch von den beiden Energieunternehmen Avacon und EMS. Insgesamt kostete der neue Spielplatz um die 5000 Euro.

Als alles fertig war und Bürgermeister, Landfrauen und Co. wie gewöhnlich das Band durchschneiden und das Areal den Kindern übergeben wollten, hatte Wettergott Petrus kein Einsehen. Es goss wie aus Eimern. So wurde die Aktion auf einen Sonnabend verschoben. Und vorgestern lachte die Sonne vom strahlendblauen Himmel. Und es lachten vor allem die vielen Kinder, die die Spielgeräte gleich allesamt ausprobieren wollten.

Zur Stärkung gab es Bratwurst und - wie immer - selbstgebackenen Kuchen. Die Organisation des Festes zeigte mal wieder: Feiern können die Größmühlinger. Dafür hatten sich die Landfrauen die Ortsgruppe der Volkssolidarität mit ins Boot geholt. "Das gemeinschaftliche Miteinander ist uns eben sehr wichtig", erklärte Landfrau Anett Hoffmann.

Die Frauen und Männer der Volkssolidarität sind im Dorf ebenfalls eine starke Kraft. Sie treffen sich jeden Monat zu Kaffeenachmittagen, tauschen sich aus und sind auch beim Pflaumenkuchenmarkt ein wichtiger Garant des Erfolges. "Deshalb haben wir die Einladung der Landfrauen gern angenommen", berichtet Heike Gillich von der Volkssolidari- tät.

Dass der Spielplatz in Großmühlingen keine unnütze Investition ist, bekräftigte Bernd Nimmich im Volksstimme-Gespräch: "Die Demografieentwicklung zeigt uns ein anderes Bild", so der Bürgermeister. In den Orten der Gemeinde Bördeland platzen die Kindertagesstätten sozusagen aus allen Nähten, in Welsleben wird derzeit mit einem Anbau massiv erweitert. Und auch die Grundschule in Welsleben muss keine Zukunftssorgen haben: Es gibt viele Kinder.

   

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