Biere/Eickendorf l 24 Stunden Dienst schoben die zukünftigen Brandschützer aus Eickendorf und Biere kürzlich bei ihrem ersten Berufsfeuerwehrtag. Natürlich war alles nur Übung, was jedoch nicht hieß, dass die Jugendlichen die Sache nicht ernstnahmen. "Sie haben alles selber gemacht: Antreten, Fahrzeugeinteilung und so weiter", erklärt Bieres Ortsjugendfeuerwehrwart Alexander Wierzbowski, der den Tag gemeinsam mit seinen Eickendorfer Kollegen Ulrike und Christian Herbrich vorbereitet hatte.

Natürlich ging es nicht ohne weitere Hilfe etlicher aktiver Kameraden ab, denn die Feuerwehrautos dürfen die Jugendlichen zum Beispiel nicht selbst fahren. Außerdem musste darauf geachtet werden, dass bei den insgesamt sieben Einsätzen die Nachwuchskameraden nicht verletzt werden. Ansonsten lief aber vieles so, wie bei der richtigen Berufsfeuerwehr, von deren Arbeitsalltag die rund zwanzig Mitglieder der Jugendwehren im Februar hörten, als sie die Wache Nord in Magdeburg besuchten.

Theorieeinheiten wechseln sich mit der Praxis ab

Einen breiten Raum nahm die Ausbildung ein. Immer wieder schoben die Jugendfeuerwehrwarte Theorieeinheiten dazwischen, vertieften das Wissen um die Fahrzeugtechnik und bereiteten unterschwellig die kommenden "Einsätze" vor. Sieben Mal rückten die jungen Kameraden aus. Die Einsätze waren an die der "großen" angelehnt. So gab es beispielsweise eine Türöffnung, einen kleinen Brand oder einen simulierten Gefahrguteinsatz (ausgetretene Flüssigkeit). Schließlich musste auch eine von einem Kleintransporter angefahrene Person gerettet werden. "Es war alles so realistisch wie möglich", betonte Christian Herbrich, der wie seine Mitstreiter mit der Leistung der gemeinsamen Jugendwehr sehr zufrieden war.

Das Konzept zu dem rundweg gelungenen Tag haben die Kameraden selbst erarbeitet und entsprechend genehmigen lassen.

Gemeinde Bördeland finanziert den Erlebnistag

Finanziert wurde dieses besondere und sicherlich für die jungen Brandschützer sehr wichtige Ereignis von der Gemeinde Bördeland. Mit im Boot war zudem das Deutsche Rote Kreuz, auf dessen Feldbetten die 19 Jugendlichen schliefen, sowie ein Containerdienst aus Biere, der das Material für die simulierten Brände zur Verfügung stellte.

Das abschließende Feedback fiel, wie zu erwarten, durchweg positiv aus. "Sie fanden es schön, dass alles einmal live zu erleben", fasste es Ulrike Herbrich in Worte. Sie weiß, dass die Zeit vom Eintritt in die Jugendwehr, also mit 12 oder 13 Jahren, bis zum "richtigen" Dienst mit 18 recht lang sein kann. Immer nur Theorieeinheiten und kleine Übungen halten die Jugendlichen am Ende nicht über fünf, sechs Jahre. Und so war dieser Tag eine willkommene Abwechslung und für die jungen Brandschützer der große Höhepunkt vor den Sommerferien.

Die Jugendwehren Biere und Eickendorf arbeiten seit geraumer Zeit sehr gut zusammen und führen ihre Dienste gemeinsam durch.

 

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