Schönebeck l Echte Tierpaten scheuen weder Kosten noch Mühen. Im Fall der Drittklässler aus der Welsleber Grundschule "Juri Gagarin" trifft sogar beides zu. Die Mädchen und Jungen unterstützen als Paten den Bierer Berg und sie haben gestern einen Wandertag eingelegt, um ihre tierischen Schützlinge zu Gesicht zu bekommen. Warum werden Schulkinder eigentlich Tierpaten? "Nachdem die Idee dazu bei den Kleinen aufkam, genügte ein Blick ins Tierlexikon", sagt Lehrerin Silvia Steenbock. Das Südafrikanische Buschhörnchen machte das Rennen und wird nun schon im dritten Patenschaftsjahr von den Schülern und deren Eltern finanziell unterstützt. Vierzig Euro kommen jährlich, zum Teil aus dem Taschengeld der Kinder, für Futter-, Gehege- oder Tierarztkosten zusammen. "Damit wird eine seltene und nur schwer nachzüchtbare Tierart unterstützt, denn in Schönebeck und Magdeburg gibt es nur sechs Tiere dieser Gattung", sagt Tierparkmitarbeiter Matthias Willberg. Das war für die Kinder Ansporn genug, die Mühen der Wanderung auf sich zu nehmen. Sie nahmen die Urkunden stolz entgegen, die ihnen Constanze Pohlan, Mitarbeiterin der Stadtverwaltung, aushändigte.

Auch Frank Schütze und Klaus Schwenke, zwei Mitarbeiter der Firma J F-Ernährungsschutz und Schädlingsbekämpfung, verlängerten ihre Patenschaft für die vietnamesischen Hängebauchschweine zum 12. Mal. Eber "Friedrich" und Sau "Isolde" haben vor rund einem Monat Nachwuchs bekommen, der auch auf die Unterstützung in den nächsten Jahren hoffen kann. In dieser Patenschaft profitieren die Tiere sogar doppelt, denn neben den 140 Euro jährlich ist die Firma J F auch für die Schädlingsbekämpfung auf dem Bierer Berg zuständig. "Wenn man sonst schon kein Schwein hat, dann wenigstens so", sagte Schütze.

Im Schönebecker Heimattiergarten werden seit 1990 425 Tiere durch eine Tierpatenschaft unterstützt. Diese kann auf einer Tier- oder Gehegepatenschaft beruhen. Das Tier oder die Tiere können frei ausgewählt werden. Eine solche Patenschaft läuft ein Jahr lang und kann dann verlängert werden. Diese Art von Unterstützung kommt bei vielen gut an. "Es ist auch eine gute Alternative für einen eigenen Tierkauf", sagte Pohlan im Volksstimme-Gespräch. Der jährliche Betrag ergibt sich aus einer Kostenschätzung des zuständigen Pflegers, ist aber auch vom Tier abhängig. Eine Kostendeckung erfolgt nicht, aber eine Unterstützung ist natürlich in jedem Fall hilfreich. Denn eine Patenschaft sichert die Existenz der Tiere und trägt damit auch zur Aufrechterhaltung des Heimattiergartens auf dem Bierer Berg bei.

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