Calbe l Die alternde Bevölkerung gepaart mit einem weiter anhaltenden Bevölkerungsrückgang macht auch den großen Vermietern zu schaffen. So meldete die Wohnungsgenossenschaft Calbe für das Jahr 2014 einen Leerstand von inzwischen 8,8 Prozent. Zum Vergleich: Im Jahr 2011 hatte die Genossenschaft noch einen Leerstand von 5,5 Prozent registriert. In Zahlen bedeutet der zuletzt gemeldete Leerstand, dass 58 Wohnungen keine Mieter haben. Dabei sind gerade die Genossenschaften mit ihren Mieterzahlen meist sehr stabil, weil die Mieter als Mitglieder der Genossenschaft meist lange treu sind.

Die nicht vermieteten Wohnungen bedeuten für die Genossenschaft auch einen Umsatzverlust, machte Vorstandschef Bernd Pohl deutlich. Rund 152 000 Euro hätte die Genossenschaft mehr einnehmen können, wären alle Wohnungen des Unternehmens vermietet gewesen.

Neben der normalen Fluktuation, wie Umzügen aus beruflichen Gründen, sind es vor allem Todesfälle, die zu neuen Leerständen bei der Genossenschaft führen, verschwieg er nicht. Genau hat die Genossenschaft den Altersdurchschnitt der Mieter und zugleich Mitglieder untersucht. Deshalb weiß das Unternehmen auch, wo es in den kommenden Jahren zu einem Generationenwechsel kommen wird.

Um attraktiv für die Bürger zu sein, will die Genossenschaft weiter in den eigenen Wohnungsbestand investieren. Dafür sollen in diesem Jahr rund 1,17 Millionen Euro zur Verfügung stehen, kündigte der Vorstandschef an. Investitionen in den Bestand seien aktuell sehr einfach auch mit Krediten zu finanzieren, führte er auf der jährlichen Jahreshauptversammlung aus, weil die Kreditzinsen am Markt aktuell sehr niedrig sind. Davon profitieren die Mitglieder als Mieter dann. Durch weitere Investitionen in den Bestand hofft die Genossenschaft die entsprechenden Anreize auf dem Wohnungsmarkt setzen zu können. Denn mehrere Unternehmen tummeln sich auf dem Calbenser Wohnungsmarkt und buhlen dabei um die Gunst der Mieter.

Bei einer weiter sinkenden Bevölkerung, wie sie für Calbe prognostiziert ist, muss sich mittelfristig auch der Wohnungsbestand weiter verringern. Denn der heute verfügbare Wohnungsbestand wird in den kommenden Jahrzehnten kaum noch benötigt werden. Auswirkungen dürfte dies auf die Entwicklung des Stadtbildes der Saalestadt haben, wie die Einwohner es heute noch kennen.