Der Saalepegel bei Calbe fällt langsam, noch sind die Einsatzkräfte mit der Sich-erung von Deichen und mit dem Drängwasser beschäftigt. Dieter Tischmeyer, Bürgermeister der Rolandstadt, nutzt dennoch die Gelegenheit, sich bei den Helfern zu bedanken.

Calbe. Eine Notlage wie das Winterhochwasser an der Saale schweißt zusammen. Ein Beweis dafür ist das Zusammenwirken der vielen ehren- und hauptamtlichen Helfer in Calbe. Grund genug für Bürgermeister Dieter Tischmeyer, das Wirken der Helfer öffentlich und höchstoffiziell zu würdigen. "Alle haben Sie dazu beigetragen, noch größeren Schaden zu verhindern, und dafür danke ich noch einmal allen freiwilligen- und amtlichen Kräften für ihren Hochwassereinsatz in Calbe", sagt der Stadtchef in einer Mitteilung. "Das war einfach überwältigend, mit welcher Motivation hier über Stunden gegen das Hochwasser gearbeitet wurde."

Die Freiwilligen Feuerwehren Calbe und Schwarz sowie benachbarte Feuerwehren, das Technische Hilfswerk, das Landesamt für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft der Abwasserzweckverband, das Deutsche Rote Kreuz und andere Hilfsorganisationen hätten in beispielhafter Weise, sehr motiviert und mit Fachkompetenz ihre Einsatzstärke bewiesen, lobt Tischmeyer.

Großen Respekt zollt der Bürgermeister auch den Bürgern. "Das war schon sehr beeindruckend, wie auch freiwillige Helferinnen und Helfer sich für unsere Stadt stark gemacht haben. Unzählige Bürger scheuten sich nicht, nach unserem Aufruf die genannten Sammelpunkte auf dem Bauhof in der Zuckerfabrik und an Deichschwerpunkten aufzusuchen und in beispiellosem Einsatz unter Anleitung und Mitwirkung unserer Bauhof- mitarbeiter Sandsäcke zu befüllen oder in anderer Weise gegen das Hochwasser anzukämpfen, ohne auf die Uhr zu schauen." Beispielhaft sei das Engagement von zahlreichen Jugendlichen, auch TSG-Sportlern und den Calbenser Jagdgenossen, die mit Schaufel und anderem Gerät ihren Beitrag leisteten. Auch Mitarbeiter von Arbeitsmarktmaßnahmen waren im Einsatz. Calbenser Firmen, die nicht nur Sandsäcke füllten und stapelten, sondern Paletten, Transporter, Radlader und andere Materialien, die gebraucht wurden, organisierten und bereitstellten.

Nicht zuletzt will Tischmeyer die Mitarbeiter der Deichwachtbüros, die Deichgänger sowie die konstruktive Zusammenarbeit im Stab für außergewöhnliche Ereignisse, der täglich zusammenkam, erwähnen. Derzeit entspannt sich die Hochwassersituation. Die Stadt bereitet mit dem Baubetriebshof einen teilweisen Rückbau der Sicherungs- und Schutzmaßnahmen an exponierten Stellen in Calbe sowie in den Ortschaften Schwarz, Gottesgnaden und Trabitz vor. Die Einsatzkräfte sind dennoch wegen des Drängwassers und der aufgeweichten Deiche gefordert. Der Calbenser Bürgermeister will deshalb noch nicht komplett Entwarnung geben.

Nach dem Besuch von Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Hövelmann teilten die Einsatzkräfte Tischmeyer mit, dass das Hochwasser und alle Schutzmaßnahmen umfangreich im Land ausgewertet würden. Auch die Calbenser Feuerwehr werde dann ein Resümee ziehen und Probleme ansprechen. Dazu gehören die mögliche Erhöhung des Pappeldamms bei Tippelskirchen, die Leistung der Schöpfwerke oder die Zusammenarbeit mit der Bahn. Hier war es erst durch eine Anordnung des Innenministeriums in Magdeburg möglich, dass die Züge auf dem Deich Richtung Sachsendorf langsamer fahren, damit die Hochwasserschutzanlage nicht zu stark erschüttert wird. Das zu erreichen solle künftig auf dem "kleinen Dienstweg" möglich sein.