Mit einer Sonderausstellung feiert das Salzlandmuseum sein 90-jähriges Bestehen. Am morgigen Donnerstag wird am Abend um 19 Uhr die Sonderausstellung "90 Jahre - Dem Sturm getrotzt!" eröffnet.

BadSalzelmen l Eigentlich ist der Titel der neuen Sonderausstellung leicht untertrieben. In der Vergangenheit hat das Kreis- und heutige Salzlandmuseum nicht nur einem Sturm getrotzt. Blickt man zurück in die Gesichte, so hat das Haus in den vergangenen 90 Jahren mehrere laue Lüftchen und starke Orkane überlebt. Heute befindet sich das Salzlandmuseum in einem relativ sicheren Fahrwasser.

Den jüngsten "Gegenwind" erfahren die Musemsleute nach den Umbauarbeiten. Das Haus wirkt heute aufgeräumter, luftiger, ist lichtdurchflutet und zeigt sich im modernen Design. Viele alte Vitrinen sind verschwunden. Viele Exponate sind nun "Auge in Auge" zu betrachten - ohne störende Scheibe dazwischen. Dieser radikale Wandel stößt nicht bei jedem Museumsbesucher auf Gegenliebe. "Aber ich möchte dafür werben, dass sich nicht nur jüngere Besucher auf eine Reise in die Zukunft begleiten lassen, sondern auch die älteren Herrschaften", so Museumsleiterin Petra Koch auf die Frage, wie sie sich das Museum zum 100. Geburtstag vorstellt.

Wer bereit ist, Vorbehalte abzulegen, wird ein Museum entdecken, dass es so noch nicht gab. Und die Sonderausstellung "90 Jahre - Dem Sturm getrotzt!", die am Donnerstag eröffnet wird und bis zum 21. September zu sehen sein wird, bietet eine gute Gelegenheit.

Wie Petra Koch und ihr wissenschaftlicher Mitarbeiter Frank Löbig gestern der Volksstimme berichteten, werden vier große Räume in der Nähe des Galeriesaals dafür thematisch hergerichtet. So ist der erste Raum dem geschichtlichen Rückblick auf das Museum und der damaligen Zeit gewidmet. "Wichtige Leute, die mit dem Museum zusammenstehen, werden hier gezeigt", so Frank Löbig. Außerdem ist ein Teil der Sammlung der Vor- und Frühgeschichte zu sehen. Im zweiten Raum werden Teile der Sammlung des Hauses präsentiert - Tiere der Heimat. Sie stehen für die Besucher nicht hinter Glasfenstern von Schränken, sondern sind frei in einer künstlichen Natur dargestellt - neue Perspektiven also. Der dritte Raum, so Museumsleiterin Petra Koch, soll der wichtigen Aufgabe der Schifffahrt der Region nachkommen. "Und es wird nicht die beliebte Kajüte sein. Nein, diese werden wir erst später in die Dauerausstellung einbinden", verspricht sie. Der Raum vier ist mit einem Augenzwinkern zu betrachten. Er wird in der kommenden Sonderaustellung eine Art Kuriositätenkabinett sein, denn der Fundus des Museums ist so vielfältig, dass auch die Museumsmitarbeiter und die Mitglieder des engagierten Fördervereines immer wieder auf Dinge stoßen, die sonderbar erscheinen. Raum vier zeigt also die unterschiedlichen Sammelstrategien des Museums in den vergangenen 90 Jahren.

Insgesamt werben Förderverein und Museumsmitarbeiter für die neue Strategie des Salzlandmuseums. Auch dafür, dass zur Eröffnung der Sonderausstellung morgen vielleicht noch nicht alles gestrichen, genagelt und verputzt sein wird. "Wir haben neue Fenster, einen neuen Fußboden und neue Durchgänge. Der Anfang ist also gemacht. Es geht weiter", wirbt Leiterin Petra Koch. Weiter durch die Stürme der Zeit.