Schönebeck l "Nadelöhr Haltestelle" ist eine bundesweite Aktion des Auto Clubs Europas (ACE) überschrieben. In ihr wird das Verhalten von Autofahrern an Bushaltestellen kontrolliert und dokumentiert. Mitglieder des ACE in der Region Salzland haben sich jetzt an diesem Projekt beteiligt, kontrolliert, ob die geltenden Verkehrsvorschriften eingehalten werden, und Daten an der Bushaltestelle am Schönebecker Bahnhof gesammelt.

Die Ergebnisse sind noch nicht endgültig ausgewertet, aber eine ernüchternde Tendenz ist deutlich zu erkennen: "Viele Autos oder Motorräder fahren einfach an den haltenden Bussen vorbei und sind dabei in den meisten Fällen auch noch viel zu schnell", sagt Gerhard Wolter, Vorsitzender des ACE in der Region Salzland. Dabei gebe es ganz eindeutige Regeln in der Straßenverkehrsordnung (Kasten, StVO Paragraph 20 Absatz 3). "Doch die wenigsten Verkehrsteilnehmer scheinen die Richtlinien zu kennen", vermutet der Club-Chef und versucht so eine Erklärung für das dokumentierte Verhalten in der Schönebecker City zu finden.

Dabei seien die Regeln nicht als Sanktionen zu verstehen, sondern hätten vielmehr die Sicherheit der Busfahrgäste im Blick. Denn an Bushaltestellen passieren viele Unfälle (Kasten), die "bei gegenseitiger Rücksichtnahme hätten verhindert werden können". Der ACE wolle, so Gerhard Wolter, deshalb nicht mit dem erhobenen Zeigefinger agieren, sondern durch öffentliche Aktionen Aufmerksamkeit gewinnen. Und eben belastbares Datenmaterial zusammentragen. Für den Test Schönebeck hat der stellvertretende ACE-Chef Wolfgang Hiller eine Bushaltestelle ausgesucht, die in der Erprobungszeit von 15 bis 16.30 Uhr stark frequentiert ist. Am Bahnhof ist das der Fall. Zudem bietet die Bahnhofstraße besondere Markierungen an den Haltestellen. Die ACE-Leute haben das Verhalten der Auto- und Zweiradfahrer beo-bachtet und in Listen alles festgehalten.

Die Ergebnisse werden deutschlandweit zusammengefasst und vom ACE veröffentlicht. Aufstellungen werden auch der Bundesregierung und den entsprechenden Verkehrsfachausschüssen weitergereicht. Gerhard Wolter: "Wir erhoffen uns Veränderungen dahingehend, dass darüber nachgedacht wird, Autofahrer noch besser und aktuell zu schulen."