Der Salzlandkreis hat einen neuen Landrat. Markus Bauer (SPD) wurde auf der Kreistagssitzung im Mittwochabend ernannt, vereidigt und verpflichtet. Anschließend zeichnete Bauer in Worten ein Bild, wie er den Salzlandkreis sieht.

Schönebeck/Staßfurt l Die Uhr zeigte 17.22 Uhr, als der neu gewählte Landrat Markus Bauer ernannt, vereidigt und verpflichtet wurde. Das Medieninteresse dazu war groß. Während sich ansonsten nur vereinzelt die Vertreter der beiden großen Zeitungen - Volksstimme und Mitteldeutsche Zeitung - die Presseplätze teilen, waren diesmal auch mehrere Fotografen im Saal.

Im Mittelpunkt stand Markus Bauer. Der einstige Bürgermeister der Stadt Nienburg wurde im Tagesordnungspunkt 4 der Kreistagssitzung zum neuen Landrat vereidigt. Es gab Beifall für ihn und Blumen sowie Glückwünsche von den Fraktionen. Selbst Sülzetal-Bürgermeister Jörg Methner reiste aus Osterweddingen an, um dem neuen Landrat zu gratulieren.

Für Bauer ein bedeutender Moment, der ihn auch berührte, wie er sagte. "Ich bin nicht kalt. Ich bin ein Mensch wie jeder andere auch. Glauben Sie mir: Auch ich bin aufgeregt", machte Bauer zu Beginn seiner Ansprache deutlich. Er skizzierte den gegenwärtigen Zustand des Salzlandkreises und blickte voraus, welche Aufgaben er sieht. "Ich übernehme ein gut bestelltes Feld und eine funktionierende Verwaltung", so Markus Bauer.

Er forderte die Mitarbeiter des Landratsamtes, die Kreistagsmitglieder, die Bürgermeister und auch die Bürger des Kreises zu einer engen Zusammenarbeit auf. "Ich möchte innovative Ideen in der Zukunft mit Ihnen umsetzen", so Bauer. Er warb gleichzeitig für Vertrauen, Offenheit und Transparenz - so soll sein Führungsstil im Landkreisamt sein. Der Landrat wünschte sich von den Fraktionen im Kreistag und von den Parteien nicht nur eine gute Zusammenarbeit, sondern fordert sie auch ein.

Ein Raunen ging durch den Saal, als er eine Position offenbarte, die in der Zukunft sicherlich noch enorme Reibungspunkte erzeugen wird: Aus Sicht eines ehemaligen Bürgermeisters, meinte Bauer, dass die Kommunen nicht länger wie Zitronen ausgequetscht werden könnten, um den Landkreis zu finanzieren. "Ich weiß, wo ich herkomme, und das werde ich nicht vergessen", sagte Bauer und mahnte deutlich an: "Der Kreis kann seine Finanznot nicht auf die Kommunen abwälzen." Innerlich werden bei dieser Sichtweise von Markus Bauer sicherlich viele Kreistagsmitglieder, die fast allesamt auch in Gemeinde- und Stadträten aktiv sind, geklatscht haben. Bleibt abzuwarten, wie lange Bauer dieses Ziel hochhält beziehungsweise hochhalten kann.

Ansonsten machte der Landrat deutlich, dass der Kreis schön sei und es sich lohne, hier zu leben. Dennoch: "Die Attraktivität des Kreises muss sich weiterentwickeln", so Bauer. Weitere Stichpunkte seiner Rede waren die Bürgerbeteiligung bei Entscheidungen, eine nachhaltige Schulpolitik, die Sicherstellung der medizinischen Versorgung, die Wertschöpfung der Hoch- und Fachschulen, der Ausbau der Infrastruktur und die Zusammenarbeit der Kommunen.

"Ich möchte mein Amt mit Begeisterung und Motivation ausüben", bedankte sich Markus Bauer und stürzte sich in die Arbeit als neuer Landrat des Salzlandkreises.