Die Barbyer Handwerker sind eine feste Gemeinschaft. Trotzt naturbedingter Konkurrenz ziehen sie an einem Strang. Diesen Schluss ließ jedenfalls eine gemeinsame Feier zu, die kürzlich an der Elbe stattfand.

Barby l Alle Jahre wieder laden die Barbyer Handwerker zum Sommerfest ein. Mit dabei sind dann auch die Altmeister. Oft ist es so, dass die Söhne in deren Fußstapfen stiegen und die Geschäfte heute weiter führen. Das ist auch im Fall von Timo Schmidt so, dessen Vater Karl-Heinz den Betrieb gründete. Bis dahin bei der kommunalen Grundstücksverwaltung beschäftigt, hatte er sich 1979 selbständig gemacht.

Der Installateur Timo Schmidt gehört mit Dachdecker Thilo Wegner und Elektriker Andreas Stein zu den Motoren der Handwerkergemeinschaft. Zusammen mit Gleichgesinnten verfolgt man ähnliche Ziele. Und das aus eigenem Antrieb. Zwar gab es in den vergangenen 20 Jahren immer mal wieder Bestrebungen der Stadt, Handwerkerstammtische auf die Beine zu stellen, was aber nie so recht klappte. "Das funktioniert nur aus innerem Antrieb", ist Timo Schmidt überzeugt.

Vielleicht spielt aber auch dieser Umstand eine Rolle: Laut einer Umfrage der Handwerkskammer Magdeburg sind 25 Prozent der Handwerker nicht mit den Rahmenbedingungen zufrieden, die von den Kommunen gesetzt werden. Das gab jeder vierte Befragte an. Mehr als die Hälfte (59 Prozent) beurteilen diese Rahmenbedingungen mit befriedigend und 16 Prozent mit gut.

In Barby treffen sich die Handwerker seit sechs Jahren zu gemeinsamen Feiern. Und nicht nur das: Bei Zusammenkünften entwickelten sie Projekte für die Bürger ihrer Stadt, die Timo Schmidt "überschaubar" nennt. Dazu zählten bisher ein Buswartehäuschen an der Calbenser Chaussee, Elbwerder-Bänke oder Holzstege für das Strandbad "Seepark". In ihrer letzten großen gemeinsamen Aktion trat die "Barbyer Handwerkerschaft" mit nahezu allen Gewerken in der Kindertagesstätte "Elbespatzen" auf, wo sie das gesamte Außengelände während eines Sonnabend-Einsatzes auf Vordermann brachte.

Kurz zuvor hatte man eine Keksdose mit 685 Euro ebenda übergeben. "Das ist der Inhalt, genauso wie wir ihn beim Weihnachtsmarkt eingenommen hatten", erklärte Überbringer Thilo Wegner damals.

Nach der Flut spendierten Installateur Schmidt und Elektriker Milker beispielsweise die Arbeitsleistungen für eine neue Heizungsanlage im Barbyer Bootshaus, die mit der Flut den Bach runter gegangen war. Einen "Sonderpreis" machte Holzbauer Yves Ballerstedt für seine alte Sekundarschule, als er dort einen urigen Pavillon aufstellte.

Diese Aufzählung ließe sich noch weiter fortsetzen.

Mitglieder dieser "losen" Gemeinschaft sind unterschiedliche Gewerke, vom Dachdecker über den Zimmermann, vom Elektromaschinenbauer bis zum Fleischermeister, vom Maler hin zum Bezirksschornsteinfegermeister.

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