In den Augen der Verantwortlichen des Kreisbauernverbandes Salzland zeigte der Landwirtschaftsbetrieb von Ekkehard Horrmann im vergangenen Jahr besonders großes Engagement bei der Ausbildung.

Welsleben l Der Betrieb von Ekkehard Horrmann ist nicht der größte im Salzland. 450 Hektar Land kann der Landwirt sein eigen nennen. Zwei Mitarbeiter beschäftigt der Welsleber. Auch bei der Zahl an Auszubildenden gehört Horrmann nicht zu den Riesenbetrieben, die gleich mehrere Lehrlinge zu Landwirten ausbilden. Dass es jedoch nicht an der Qualität der Arbeit und vor allem der Ausbildung fehlt, wurde jetzt vom Kreisbauernverband gewürdigt.

Jonas Nestler schloss im vergangenen Jahr seine dreijährige Lehre als einer der besten angehenden Landwirte im Salzland ab. Er ist einer von fünf Auszubildenden, die Horrmann in seinem Betrieb bisher angelernt hat. "Ich bin schon sehr stolz auf Jonas. Ich habe schon sehr früh gemerkt, dass er ein richtig Guter ist", erklärt Horrmann. Er war wohl ein Faktor, der den Landwirtschaftsbetrieb für die Wahl empfohlen hat.

"Der Kreisbauernverband sieht sich jedes Jahr in den Betrieben um. Dabei wird schon geschaut, dass nicht immer die gleichen Betriebe ausgezeichnet werden, schließlich ist so eine Auszeichnung immer eine Anerkennung der Arbeit des jeweiligen Landwirtes. Eine solche Anerkennung hätten viele verdient", meint Horrmann. Zur Wahl gehört tatsächlich ein Lehrlingsvergleich, bei dem der beste Azubi aus den Betrieben des Kreises ermittelt wird. "So entscheiden nicht allein die Noten der Lehrlinge, sondern auch das praktische Können im Alltag eines Betriebes", erläutert Horrmann.

Jonas Nestler befand sich unter den Notenbesten, setzte sich jedoch auch im Vergleich mit den anderen Azubis durch. Daraufhin wird diese Auszeichnung zum besten angehenden Landwirt im Kreis vom Kreis- an den Landesbauernverband weitergereicht. "Im Landesvergleich erreichte ich dann den dritten Platz", erklärt Jonas Nestler, der ursprünglich aus dem Erzgebirge stammt, in Welsleben jedoch für drei Jahre eine Heimat fand, in der er sich sehr wohl fühlte. Bis heute arbeitet er in Ekkehard Horrmanns Betrieb. "Bald gehe ich jedoch in meine eigentliche Heimat zurück - dann als voll ausgebildeter Landwirt", berichtet Nestler stolz.

Nachwuchs ist bei Horrmann ein wichtiges Thema. In jedem Jahr nimmt er an "Der Bauernhof als Klassenzimmer", einem deutschlandweiten Schulprojekt des Bauernverbandes, teil.

"Immer im September kommen sechs dritte Klassen im Zeitraum von zwei Wochen auf den Hof und lernen alles über Getreide", erklärt Horrmann. Von den Geräten, mit denen vor 100 Jahren das Getreide geerntet wurde bis zu den modernen Maschinen mit denen heute die Felder bestellt werden. Horrmann ist ein reiner Ackerbauer. Neben Weizen, Raps, Gerste, Zuckerrüben bauen er und seine Mitarbeiter aber auch ausgefallenere Kulturen wie Majoran an.

Für die Arbeit in einem landwirtschaftlichen Betrieb seien neben einer Verbindung zur Natur auch gute Kenntnisse in Mathematik und Physik wichtig. "Ansonsten ist Motivation und Zuverlässigkeit die obersten Gebote", erklärt Horrmann. Er freut sich auf weitere motivierte Auszubildende. "Statt einer Probezeit können die Interessierten bei mir schon im Sommer ein bis zwei Wochen bezahlt arbeiten. So können sich beide schon vor dem unterschriebenen Vertrag ein Bild voneinander machen", erklärt er.