Trotz einiger bürokratischer Hürden kann der Förderverein Stadtteilfeuerwehr auf eine durchaus erfolgreiche Bilanz zurückschauen. Seit eineinhalb Jahren unterstützen die Mitglieder die Kameraden. Die Mitgliedschaft bedeutet neben Unterstützung auch Leidenschaft.

Schönebeck l "Gründet doch mal einen Förderverein." Vor eineinhalb Jahren war das noch eine fixe Idee, als sich Kameraden der Stadtteilfeuerwehr Schönebeck über Möglichkeiten unterhielten. Irgendwie sollte es doch möglich sein, diverse Investitionen zu tätigen, ohne auf zusätzliche Mittel von der Stadt Schönebeck zu hoffen. "Wir wissen, dass die Stadt Schönebeck hinter uns steht und uns unterstützt, so gut sie kann. Leider kann sie uns aber auch nur die Mittel zu Verfügung stellen, die sie dafür übrig hat", beschreibt Philipp Becker, stellvertretender Vorsitzender des Vereins, den Anstoß für die Gründung eines Fördervereins.

Aus der fixen Idee wurden schnell konkrete Pläne. Schreiben vom Finanzamt, Notartermine, Protokolle schreiben, Warten auf Antwort vom Amtsgericht... "Keine wirklich typischen Aufgaben eines Feuerwehrmannes", berichtet Philip Becker. Friedrich Husemann, Geschäftsführer der Schönebecker Stadtwerke, stand von Anfang an Pate für das Projekt, jedoch konnte auch er den Gründungsmitgliedern die bürokratische Arbeit nicht ersparen. "Zuerst ging es mit dem Entwurf unserer Satzung zum Notar. Der segnete diesen auch weitestgehend ab", erklärt Philip Becker die Anfänge. Vom Notar ging die Satzung direkt ans Finanzamt. "Dort wurde jedoch noch ein Punkt bemängelt, also ging das Spiel noch einmal von vorne los", erinnert sich Becker.

"Die kleinen, aber feinen Unterschiede zwischen der richtigen und falschen Formulierung in einer Satzung beschäftigten uns am Anfang schon sehr", muss der Vorsitzende Eike Schüßler zugeben. Die Vereinsneulinge kämpften sich jedoch durch den Paragraphen-Dschungel und Ende 2012 war der Verein offiziell eingetragen. Schnell waren auch schon Partner gefunden, die die Vereinsarbeit unterstützen. "Jeder streckte seine Fühler aus und konnte ein paar Schönebecker Firmen für unser Vorhaben begeistern", erzählt Schüßler. Die erste Investition wurde von den Schönebecker Stadtwerken übernommen, um eine Wärmebildkamera für den Einsatz in brennenden Gebäuden anzuschaffen.

Schnell folgte das nächste Projekt. "Dank der Firma Klauert konnten wir unsere Tore mit Funkverbindungen ausstatten. So können diese mit einer Fernbedienung bedient werden", berichtet Schüßler. Auch ein neuer Werkstattwagen konnte durch eine Spende der Schirm GmbH beschafft werden. Im vergangenen Jahr kamen ein Rettungsrucksack und ein Rettungsbrett dazu. Auch die Sparkasse konnte als Sponsor gewonnen werden. Die Kameraden bekamen so einheitliche Poloshirts.

Ohne die engagierte Arbeit der Vereinsmitglieder und die finanzielle Unterstützung der Sponsoren wären diese Investitionen in diesem kurzen Zeitraum wohl nicht möglich gewesen. Um die Vereinsarbeit zu würdigen und allen Sponsoren zu danken, wurde vor kurzem auf dem Gelände der Stadtteilfeuerwehr gefeiert. "Wir wollten einfach mal ,Danke` sagen für die Unterstützung. Alle Sponsoren waren eingeladen und sogar Oberbürgermeister Knoblauch erschien", berichtet Schüßler stolz.

Nach anfänglichen Startschwierigkeiten hat sich der Verein zu einer Institution und einer echten Hilfe für die Stadtteilfeuerwehr Schönebeck entwickelt.

Weitere Projekte sind derzeit in Planung. "Wir arbeiten natürlich eng mit den Kameraden der Feuerwehr zusammen. Sie wissen, was für ihre Einsätze dringend benötigt wird, und wir bemühen uns darum, dass wir die finanziellen Mittel aufbringen können", erklärt Schüßler.

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