Förderstedt l Die Kameraden der Ortswehr Förderstedt sind jetzt für Großschadensereignisse bestens gewappnet. Sie können bei Großbränden, Havarien und anderen Katastrophen große Brandflächen schnell unter Kontrolle bringen. Denn sie verfügen nun über Technik, die im Staßfurter Raum bis jetzt einzigartig ist.

Die Kameraden der Ortswehr Förderstedt haben am Dienstag einen Anhänger mit Schaumbildnermittel übergeben bekommen. Anlass der Übergabe war ein offizielles Treffen zur Inbetriebnahme des Förderstedter Umspannwerks. Am Nachmittag fand dort eine kleine Feierlichkeit mit Umtrunk für die anwesenden Baufirmen und die Übergabe des Geräts statt.

Hintergrund sind zwei neue Transformatoren im Umspannwerk, die gestern eingeschaltet wurden. In diesen befinden sich je 70 Tonnen Öl, die das System kühlen. Wenn es zu einem Zwischenfall kommt und der Trafo ausläuft, muss das brennende Öl sofort gelöscht werden - ein Szenario, das so gut wie nie vorkomme, wie die Betreiberfirma 50Hertz angibt.

"Wir haben natürlich dennoch die Auflage bekommen, entsprechende Löschmittel vorzuhalten", erklärte Andreas Mötzing, Regionalbereichsleiter von 50Hertz, bei der kleinen Feierstunde am Dienstag. Die Firma hat der Ortswehr Förderstedt den Anhänger mit Gerät und Löschmittel geschenkt. Dafür stehen die Kameraden im Notfall im Umspannwerk parat und löschen.

Die Technik besteht aus dem Strahlrohr, das die Feuerwehrleute "Monitor" nennen, und einem Tank über 1000 Liter sowie einem Reservetank für weitere 1000 Liter. Im Brandfall rückt die Feuerwehr Förderstedt im Umspannwerk an und schließt sich an den Löschwasserbehälter am Eingang des Werks an. Das Gerät mischt aus dem Wasser und dem Mittel dann den Schaum. Wenn dieser mit 2000 Liter pro Minute aus dem Rohr donnert, verteilen sich Schaumflocken über eine große Fläche. Gestern, als der Kamerad Ralf Zaschke demonstrierte, wie das Ganze funktioniert, sah es beinahe so aus, als würde Schnee im Sommer fallen. Der Schaumteppich, der dabei auf eine eventuelle Brandfläche gelegt wird, würde die Flammen sofort ersticken.

Wehrleiter Hans-Jürgen Lärz sagte: "Ich danke der Firma für die jahrelange gute Zusammenarbeit im Umspannwerk. Es gibt in der Umgebung nicht viele Firmen, die so sehr um Sicherheit und Brandschutz bemüht sind, wie diese." Vor einem Jahr bereits begannen Wehr, Stadtverwaltung und 50Hertz an einer Brandschutz-Lösung für die neuen Trafos zu arbeiten. Zuvor reichte ein kleinerer Schaumbildner mit 600 Liter Fassungsvermögen für mögliche Einsätze im Umspannwerk aus, weil die alten Trafos weit weniger Öl fassten.

Für Zwischenfälle an den Trafos musste eine weitere Auflage erfüllt werden: Die Trafos stehen in Zementwannen. Diese verhindern, dass das eventuell brennende Öl ins Gelände läuft.

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