Rund 71 000 Hektar Mähdruschfläche im Salzlandkreis müssen geerntet werden. Behindert werden die Erntearbeiten durch das wechselhafte Wetter. Nach Regen müssen die Maschinen still stehen.

Schönebeck/Staßfurt (dw) l Matthias Saudhof, Vorsitzender des Bauernverbandes Salzland, schaut mit gemischten Gefühlen in den Himmel. Wenn die Sonne scheint, ist alles gut. Aber dicke Regenwolken treiben dem Landwirt und seinen Kollegen auf den Feldern die Sorgenfalten auf die Stirn. " Die häufigen Regenschauer und ergiebigen Niederschläge haben die Ernte immer wieder unterbrochen", sagt Mathias Saudhof. Immer wieder stehen aus diesem Grund die Mähdrescher still. Der Chef der Landwirte im Kreis erklärt dazu: "Ergiebige Niederschläge und die feuchtwarme Luft verhindern, dass die Erntebestände so abtrocknen, dass sie gedroschen werden können. Wir Landwirte hoffen, dass sich die Wetterlage zum Wochenende ändert und wir die Erntearbeiten wieder aufnehmen können."

Insgesamt, so ist es von den Fachverbänden zu hören, war der Sommer klimatisch so günstig, dass die Ernteerträge gut ausfallen. Doch Landwirtschaft findet eben nicht in einer Produktionshalle, sondern unter dem freien Himmel statt. Das merken die Landwirte seit einigen Tagen besonders stark. Trotz allem, es gibt genug zu tun. Im Salzlandkreis müssen nach Angaben des Kreisbauernverbandes von rund 71 000 Hektar Fläche Mähdruschfrüchte - das sind vor allem Getreide, Raps und Erbsen - geerntet werden.

"Die Ernte der Wintergerste von 6500 Hektar verlief recht problemlos, und die Landwirte sind mit den erzielten Erträgen zufrieden", sagt Susanne Brandt, Geschäftsführerin des Bauernverbandes Salzland. Ähnlich sehe es beim Raps auf insgesamt 18 Hektar aus. Die Erträge würden, so Susanne Brandt, leicht über denen des Vorjahres liegen. Als positiv sei zudem der hohe Ölgehalt zu bewerten. Auf den meisten Flächen ist jetzt der Winterweizen reif. Fast 44 000 Hektar haben die Landwirte davon im Kreis angebaut. Hier kommt das Wetter ins Spiel, denn nasse Pflanzen sind nicht erntbar. "Weizen ist die wichtigste Kultur bei uns und in Sachsen-Anhalt. Als Brotgetreide ist er über die Grenzen Deutschlands hinaus gefragt. Vorausgesetzt, die Qualitäten stimmen. Darum machen sich die Landwirte angesichts der häufigen Schauer und des reifen Weizens jetzt Sorgen."

Wenn der Wetterbericht stimme und es in den nächsten Tagen trocken bleibe, würden die Landwirte alles daran setzen, um den Weizen zügig abzuernten und die guten Qualitäten zu sichern, sagt Susanne Brandt. Der Erntemarathon könne, so die Geschäftsführerin, zu Beeinträchtigungen führen. Dabei sind Staub und Dreck nicht immer zu vermeiden. "Aber in der Regel herrscht in den Dörfern ein gutes Einvernehmen zwischen Bürgern und Landwirten und Verständnis füreinander."

Insgesamt geht der Bauernverband Salzland davon aus, dass bei entsprechendem Wetter die Weizenernte in spätestens 14 Tagen abgeschlossen ist. Es wird mit guten Erträgen gerechnet.